Die größten Hoffnungen der Leser von CJD-UPDATE

Online-Umfragen entsprechen nicht den Standards einer wissenschaftlichen Datenerhebung. Hinz und Kunz kann wegen allem und nichts auf seiner Website Umfragen starten. Online-Umfragen sind daher vor allem unterhaltsam. Doch es gibt Ausnahmen, die aufhorchen lassen.

Kindliche Unbefangenheit gegenüber dem Tod – normalerweise.
Foto (Auszug): Mathias Bigge

Etwa die Umfrage in CJD-Update über ÄNGSTE. Über mehrere Monate haben etwa 380 Leser1 aus 17 Ängsten „ihre“ drei wichtigsten Ängste ausgewählt. Das Ergebnis ist frappierend: Für 27 Prozent der mutmaßlich jungen Leser ist ein Versagen genau so beängstigend wie der Tod.

Das Versagen – so bedrohlich wie der Tod?

Am meisten bedrückt knapp die Hälfte der Leser (48 Prozent) der drohende Verlust der Familie. Dann folgen Versagen (28 Prozent) und Tod (27 Prozent). Schüler auf die Nähe von Versagens- und Todesangst angesprochen können sich keinen Reim darauf machen. Andererseits: wer wird seine Todesangst vor einem persönlichen Versagen schon zugeben? Werden Versagensängste Jugendlicher in den Familien und der Schule womöglich unterschätzt? Was können Eltern und Lehrer tun? Was müssen sie tun?

Was genau heißt VERSAGEN eigentlich? Allgemein wird unter VERSAGEN das Nichterfüllen von Anforderungen verstanden. Doch die Anforderungen, vor deren möglicher Nichterfüllung es Jugendlichen graust, stammen von den „Erwachsenen“. Vielleicht sollten wir am pädagogischen Prozess Mitwirkenden einmal unsere Anforderungen an die uns anvertrauten Jugendlichen auf „Angstpotential“ hin prüfen. At least.

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Nah dran an Versagen und Tod ist der Krieg (24 Prozent). Jugendliche, in eine lang währende Friedenszeit hineingeboren, haben Angst vor Krieg. Mag es daran liegen dass Deutschland in einem Krieg verwickelt ist, der nun schon länger dauert als der Zweite Weltkrieg (1939-1945)? Gemeint ist der zwar ferne, aber nichtsdestotrotz medial allgegenwärtige Kriegseinsatz deutscher Soldaten in Afghanistan.

Streitende Eltern machen Angst wie Spinnen eklig sind

Zwei weitere Übereinstimmungen überraschen. „Ich schaffe die Schule nicht“, ist fast genau so bedrücken, wie „allein sein & Dunkelheit.“ (18 und 17 Prozent). Dann nahezu gleich auf um die 12 Prozent:

  • Eltern streiten sich
  • schlechte Noten
  • Angriffe & Überfälle
  • Arbeitslosigkeit der Eltern
  • Spinnen
  • feindselige Menschen

Das Ergebnis reflektiert offenbar das Innenleben der Familien mancher Jugendlichen (etwa 12 Prozent). Es lassen sich interessante Angst-Archetypen miteinander kombinieren. So ist der lieblose, streitende Umgang der Eltern miteinander so Angst machend wie Spinnen eklig sind oder Überfälle auf offener Straße. Das sollten sich Väter und Mütter, die sich im Beisein ihrer Kinder streiten ruhig mal auf der Zunge zergehen lassen.

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Genug traurige Bilanz. Bestes Gegenmittel bei Angst ist Hoffnung. Also fragen wir unsere Leser einmal nach ihren Hoffnungen.

Zur Zeit sind keine Umfragen verfügbar.

Die bedrückendsten Ängste der Leser von CJD-UPDATE

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Zur Zeit sind keine Umfragen verfügbar.

(Andreas Bubrowski)

  1. von denen die Mehrzahl nicht aus unserer Schule stammen dürfte