Von Katharina Wollmert (Klasse 10e/WEBLOG AG)

Klasse 10e am Lagertor. (*)

Weimar – Am Mittwoch, den 22. Februar 2012, stand für die Klasse 10e und 10g eine Fahrt nach Weimar zur Gedenkstätte Buchenwald auf dem Programm. Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes wurde das Thema „Nationalsozialismus“ zuvor ausführlich behandelt.

Im Jahre 1937 eröffnete das nationalsozialistische Regime in Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar (Thüringen) ein Konzentrationslager (KZ). Es war eines der größten KZs mit rund 250.000 Insassen, von denen mehr als 50.000 zu Tode kamen. Es war für politische Gegner des Naziregimes, Juden, Homosexuelle und vorbestrafte Kriminelle bestimmt. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, wie groß die Qualen der Menschen dort waren. Ihnen wurde massives Leid in Form von Essensentzug, Diffamierung und Folter zugefügt.

Ausstellung erinnert an
Schicksal ALLER Opfergruppen

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 kamen zunehmend auch Menschen aus anderen Ländern hinzu. Buchenwald wurde nach 1943 ein Synonym für rücksichtslose Ausbeutung der KZ-Häftlinge durch die Rüstungsindustrie. Viele Menschen verloren ihr Leben durch medizinische Versuche oder einfach durch Willkür der SS-Wachmannschaften. Buchenwald war zudem durch Aussonderung von Häftlingen in den Vernichtungsapparat der faschistischen Machthaber integriert: nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge wurden weiter in das Vernichtunglager Auschwitz deporiert.

Kurz vor der Befreiung 1945 versuchte die SS-Schergen das Lager zu räumen und schickte 28.000 Häftlinge auf sogenannte Todesmärsche. Etwa 21.000 Häftlinge, darunter über 900 Kinder und Jugendliche, blieben im Lager. Am 11. April erreichten Einheiten der US-Armee den Ettersberg und beendeten das Leiden. Bis 1950 nutzen die Sowjets das Gelände als Speziallager zur Internierung Andersdenkender. Nach 1958 baute die DDR die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte“ zur größten deutschen KZ-Gedenkstätte aus. 1994 über­nahm der Geschichtsprofessor Volkhard Knigge die Leitung der Gedenk­stätte im ehemaligen KZ Buchenwald. Seitdem wurde die propagan­distisch gefärbte Erinnerungskultur des DDR-Regimes durch eine zeitgemäße Ausstellungskonzeption ersetzt. Heute erinnert die Ausstellung an das Schicksal ALLER Opfergruppen, also sowohl an das der NS-Verfolgten als auch an das der Gefangenen des stalinistischen Speziallagers in den Nachkriegsjahren.

Modell des ehemaligen KZ macht betroffen. (*)

Der Besuch dieser Gedenkstätte stimmte fast alle Schüler nachdenklich. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Menschengruppen, die nicht in ein Regime passten, so gequält wurden. Es ist erschreckend, was Deutsche anderen Menschen angetan haben. Man möchte dieses Thema am liebsten verdrängen, doch es gehört zu UNSERER Geschichte. Leider!

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Linksunten: www.buchenwald.de

(*) Foto/Gestaltung: Katharina von Urff/Andreas Bubrowski