Am heutigen Donnerstag, 19. Februar 2026 wurde in der Turnhalle der Christophorusschule Oberurff ein Meilenstein gesetzt, der weit über diesen Tag hinauswirken soll. Mit der gesamten Schulgemeinde – über 1000 Schülerinnen und Schülern sowie rund 100 Lehrkräften und weiteren Ehrengästen  feierte unsere Schule die Aufnahme in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung konzentriert, respektvoll und getragen von einem gemeinsamen Bewusstsein: Dieser Tag war wichtig. Und er war notwendig.

Die Christophorusschule Oberurff wird „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Dass diese Veranstaltung ausgerechnet am sechsten Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau stattfand, verlieh ihr eine besondere Tiefe. Erinnerung, Verantwortung und Zukunftsperspektive fielen an diesem Vormittag zusammen – und machten deutlich, dass das Bekenntnis gegen Rassismus kein abstraktes ist, sondern eines, das sich aus Geschichte, Gegenwart und Haltung speist.

Ein starkes Zeichen der Gemeinschaft

Der Weg zu diesem Tag begann bereits deutlich früher. In einer schulweiten Abstimmung hatte sich die Schülerschaft mit überwältigender Mehrheit – deutlich über 90 % – dafür ausgesprochen, Teil des Netzwerks zu werden. Seitdem folgten zahlreiche Aktionen, Gespräche und Initiativen, unter anderem die Gründung der AG „Schule ohne Rassismus“, die diesen Prozess aktiv mitgestaltet hat. Die Aufnahmeveranstaltung war damit nicht der Anfang, sondern ein sichtbarer Höhepunkt eines gemeinsamen Weges.

Projekt-Pate und Minister des Bundes Dr. Philipp Rottwilm, Schulleiter Christoph Heimbucher, Oliver Stier und Petra Densborn (beide CJD-Vorstand).

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Flashmob, der von Klaviermusik von Viktoriia Baranyk begleitet wurde. Überraschend, lebendig und gemeinschaftlich setzte dieser Moment direkt zu Beginn ein starkes Zeichen: Viele Einzelne werden eins – genau das, was Courage im Alltag bedeutet.

Im Anschluss begrüßte Schulleiter Christoph Heimbucher die Schulgemeinde sowie die zahlreichen Ehrengäste. In seiner Rede machte er deutlich, dass der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kein bloßes Label sei, sondern eine bewusste Entscheidung, die mit Verpflichtung verbunden ist. Es gehe darum, Haltung zu zeigen, nicht wegzusehen und im Alltag mutig einzustehen – für Menschenwürde, Demokratie und Respekt. Gerade im Gedenken an Hanau sei dieser Schritt von besonderer Bedeutung. Zugleich betonte er die christlichen Werte, die unsere Schule als Teil des Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands prägen und die heute aktueller sind denn je.

Ein besonders eindrucksvoller Moment folgte mit dem Gedicht von Elisabeth Sprenger. Musikalisch von ihr selbst am Klavier eingeleitet, richtete sich ihr Text mahnend und zugleich ermutigend an die gesamte Schulgemeinde. Er rief dazu auf, diesen Tag nicht als einmaliges Ereignis zu begreifen, sondern ihn im Alltag lebendig zu halten – und deutlich zu machen, dass Rassismus an unserer Schule keinen Platz hat.

We are the world, we are the children

In der anschließenden Besinnung griff Schulpfarrerin Kerstin Palisaar gemeinsam mit mehreren Schülerinnen und Schülern bewusst Alltagsbeispiele auf, etwa unterschiedliche Bezeichnungen rund um den Schokokuss und deren problematische, diskriminierende Ursprünge. Auf schülernahe Weise wurde deutlich, wie Sprache wirkt – und wie wichtig ein bewusster, respektvoller Umgang mit Worten ist.

Ein emotionaler Höhepunkt war der musikalische Beitrag von Marie Böth, die das Lied „We are the world, we are the children“ sang. Begleitet wurde sie am Klavier von Christoph Heimbucher sowie weiteren Lehrkräften. Dieser Moment berührte viele Anwesende zutiefst – nicht wenige hatten Tränen in den Augen.

Wertschätzung, Verantwortung und Unterstützung

Es folgte die Rede von Oliver Stier, Sprecher des CJD-Vorstands. Auch er machte deutlich, dass die Auszeichnung kein einmaliger Akt sei, sondern täglich mit Leben gefüllt werden müsse. Gleichzeitig brachte er die Wertschätzung des Schulträgers zum Ausdruck und zeigte sich stolz auf eine Schule, die diese Haltung sichtbar lebt.

Nach einem weiteren musikalischen Beitrag von Yuliia Baranyk sprach Antje Scharf für die Elternschaft. Sie betonte die Freude und den Stolz über das Engagement der Schule und kündigte als erstes Zeichen der Unterstützung einen Kuchenverkauf an, dessen Einnahmen vollständig der weiteren Arbeit im Rahmen von „Schule ohne Rassismus“ zugutekommen – ein Beitrag, der mit großem Applaus aufgenommen wurde.

Kreative Beiträge und starke Bilder

Die Inszenierung des Kurses Darstellendes Spiel unter der Leitung von Yannik Gorka-Wenzel als Schattenspiel zog die volle Aufmerksamkeit der Halle auf sich. Auch die Beiträge aus Modern Dance (Zana Kastrati) und der Turn-AG (Leitung: Christiane Stelling) überzeugten durch Ausdruck, Dynamik und klare Bezüge zum Motto der Veranstaltung. Ein weiterer besonderer Moment war der Videobeitrag der AG Schule ohne Rassismus, der viele Stimmen aus der Schulgemeinde, bereits bestehende Aktivitäten und persönliche Statements vereinte – ein sichtbares Zeichen dafür, dass dieses Engagement bereits begonnen hat.

Dr. Rottwillm macht sich stark für Patenschaft und wirbt für ein starkes Netzwerk

In seiner Rede als Pate des Projekts knüpfte Dr. Philipp Rottwilm an diese Eindrücke an. Als ehemaliger Schüler unserer Schule betonte er, wie viel bereits geleistet werde – und wie wichtig es sei, weiter dranzubleiben. Besonders hob er die Anwesenheit zahlreicher politischer Vertreter hervor, darunter: Ahmet Selcuk Özkan (zugeschaltet per Video), Martin Häusling, sowie die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden: Achim Siebert (Bad Zwesten), Sandra Bischoff (Neuental), Heiko Manz (Jesberg), Lukas Daum (Gilserberg), Marcèl Pritsch (Borken) und Andreas Koch (Knüllwald). Die ausgestreckten Hände seien da, so Rottwilm – nun gelte es, diese Unterstützung anzunehmen und Demokratie gemeinsam zu leben.

Die offizielle Titelverleihung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ konnte wetterbedingt nicht persönlich durch Ahmet Selcuk Özkan erfolgen. Stattdessen übernahm Petra Densborn vom CJD-Vorstand diesen feierlichen Akt, ergänzt durch eine Videobotschaft des Landeskoordinators.

Die Abschlussworte sprachen unsere Schülersprecher Moritz Guthardt und Paul Späth – ein bewusstes Zeichen dafür, dass dieses Projekt vor allem von den Schülerinnen und Schülern getragen wird.

Eine Atmosphäre, auf die wir stolz sind

Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnlich ruhige, wertschätzende und disziplinierte Atmosphäre während der gesamten 90-minütigen Veranstaltung. Bei über 1000 Schülerinnen und Schülern wurde aufmerksam zugehört, mitgefühlt und unterstützt. Kleine technische oder organisatorische Herausforderungen wurden gemeinsam getragen – ein starkes Zeichen gelebter Gemeinschaft.

Diese Veranstaltung hat gezeigt, was unsere Schule ausmacht: Zusammenhalt, Respekt und Mut. Nun gilt es, diesen Tag nicht nur in Erinnerung zu behalten, sondern seine Botschaft im Alltag weiterzutragen:

Christophorusschule Oberurff
Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage.

Nicht nur ein Titel, sondern ein Versprechen!