Muriel Racky im Erfinderlabor. Foto: Zentrum für Chemie e.V.
Muriel Racky im Erfinderlabor. Foto: Zentrum für Chemie e.V.

Zum dritten Mal nach 2012 war die Hochschule RheinMain in Rüsselsheim in der Zeit vom 27. bis 31. Januar Gastgeber des Erfinderlabors-Chemie für begabte Oberstufenschüler, das zum 14. Mal vom Zentrum für Chemie (ZFC) in Kooperation mit der hessischen Landesregierung ausgerichtet wurde. Prof. Dr. Birgit Scheppat vom Studienbereich Physikalische Technik, auch stellvertretende Vorstands­vor­sitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ), führte die 16 jungen Forscher drei Tage lang in die zukunftsweisende Brennstoffzellentechnologie ein.

In den Räumlichkeiten der Hanauer Partnerfirma Umicore – seit Jahren Kooperationspartner der Physikalischen Technik – fand am 31. Januar auch die Abschlussveranstaltung statt. Vor rund 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Hochschule und Schulen – darunter auch eine 10-köpfige Abordnung unseres Chemie-Leistungskurses (Q2) – präsentierten die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Forschungen. Mit dabei war von Seiten unserer Schule Muriel Racky aus der Jahrgangstufe 12. Sie belegt unter anderem den Chemie-Leistungskurs. Zusammen mit den übrigen 15 Teilnehmern wurde sie aus einer Reihe von 200 hessischen Bewerbern ausgewählt. Was sie in den fünf Tagen des Work­shops gelernt und erlebt hat, berichtet sie hier. DR. JÖRG HUBER

Chemie Erfinderlabor – Persönlicher Eindruck

Von Muriel Racky, Jahrgangstufe 12

Am 27. Januar begann das Erfinderlabor Chemie in Hanau, einem Standort der Firma Umicore, die ebenfalls in die Brennstoffzellentechnologie investiert. Um neun Uhr begann die Veranstaltung mit vielen langen Präsentationen über die Firma selbst und mögliche Berufschancen und so waren wir, ich und die 15 weiteren Teilnehmer des Erfinderlabors, bald nicht mehr ganz sicher, ob es bei der Veranstaltung wirklich um Brennstoffzellen gehen sollte. Nach dem wirklich tollen Mittagessen wurde die Stimmung durch einen Betriebsrundgang aufgelockert. Anschließend wurde die Gruppe nach Rüsselsheim gebracht, wo wir die nächsten drei Tage verbrachten.

Danach gab es einen „Pressetermin“ beim Oberbürgermeister von Rüsselsheim, was sich erst einmal unangenehm anhörte, jedoch entwickelten sich nach einer kurzen offiziellen Ansage interessante Gespräche zwischen den Teilnehmern und den anwesenden Erwachsenen über die Entstehung der Sterne, Kernfusion und Politik. Das anschließende Präsentationstraining war wirklich interessant und anregend, obwohl mir manches durch das Präsentationstraining in Malente schon bekannt war. Um 22.00 Uhr war dann Schluss und wir konnten endlich in unsere Betten gehen.

Die nächsten drei Tage wurden zum Kernstück der Woche. Beginnend am Dienstag, entwickelte sich die Zeit im Labor der Hochschule Rüsselsheim zu den interessantesten Momenten der Woche, die von wilden Diskussionen, verrückten Ideen, unglaublicher Euphorie, aber auch von Frust und erfolglosen Versuchen geprägt waren. Meine Gruppenmitglieder und ich tüftelten verschiedene Varianten aus, probierten viele Möglichkeiten aus, um unser „Dichtungsproblem“ zu lösen und lachten gemeinsam, als uns der „Durchbruch“ gelang. Die Gruppe war unheimlich toll und wir hatten viel Spaß zusammen, beispielsweise trafen wir uns an den ersten beiden Abenden in unserem Zimmer zum Kartenspielen, als wir noch nicht unter Zeitdruck wegen der Präsentation am Freitag standen. Diese Zeit war rückblickend sehr schön, auch wenn ich währenddessen oft dachte, dass Schule so viel entspannender sei und ich gerne mehr Zeit hätte, damit wir unser Projekt, den Bau einer Elektrolysezelle, besser hätten ausarbeiten können.

Zentrum für Chemie

Zentrum für Chemie e.V., Auerbacher Weg 24, 64625 Bensheim

Die Präsentation am Freitag war sehr stressig, vor allem da so hohe Erwartungen an uns gestellt worden waren. Das Stressige an sich war allerdings mehr die Aufregung vorher, da die Präsentation gut war. Am Schluss war plötzlich alles vorbei und es war komisch, dass wir, also die anderen 15 Teilnehmer und ich, wieder in unser altes Alltagsleben zurückkehren würden. Im Großen und Ganzen hat das Erfinderlabor Chemie viel Spaß gemacht, besonders die Zusammenarbeit im Labor, auch wenn es zwischendurch sehr anstrengend und frustrierend war.

(Gestaltung: BUB)