Von Sebastian Vogt

Schüler des CJD Oberurff vor dem
Hessischen Landtag in Wiesbaden.
Foto: privat

Bad Zwesten/Wiesbaden. Mit Interesse und vielen Fragen an die Landtagsabgeordnete Regine Müller (SPD) im Gepäck machten sich am Dienstag zwei Realschulklassen der Christophorusschule Oberuff auf den Weg in den Hessischen Landtag nach Wiesbaden. Müller hatte die knapp 50 Schüler mit ihren Politiklehrern Manfred Schreiber und Peter Falkenrodt nach Wiesbaden eingeladen. Die Gruppe bekam eine außerordentliche Führung durch das Stadtschloss und konnte das Geschehen im Plenum aus dem Fraktionssaal der SPD verfolgen.

Schüler hatten sich gut vorbereitet

Wegen technischer Probleme wurde während der mündlichen Fragestunde (immer zu Beginn des Plenums) die Plenarsitzung für eine halbe Stunde unterbrochen. Umso ergiebiger war das Gespräch mit der Abgeordneten. Die Schüler hatten sich gut vorbereitet und löcherten Regine Müller mit vielen Fragen, die sie gerne beantwortete. Das Thema Breitband-Ausbau im ländlichen Raum wurde intensiv besprochen. Ein Schüler beschrieb die Situation in seiner Schule so: „Wir haben DSL 1000 für die gesamte Schule. Das ist einfach zu wenig.“ Müller war völlig einverstanden und verwies auf eine Machbarkeitsstudie der fünf nordhessischen Landkreise zum Ausbau des Breitband-Netzes in der Region.

Sitzverteilung im Hessischen Landtag nach der
Landtagswahl 2008.
Abb.: Hessischer Landtag 2009

Einige Schüler fragten Regine Müller, was sie gegen die schlechte Ausbildungssituation und die fehlenden Gehaltsperspektiven in Pflege – und Erzieherberufen machen würde. Dazu erklärte Regine Müller:

Als ehemalige Leiterin eines Kindergartens weiß ich um die Verdienst-Situation in diesem Bereich. Und bei meinem Praktikum diesen Sommer in einer Altenpflege – Einrichtung habe ich auch dort praktische Erfahrungen gesammelt. Beide Berufszweige leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Und diese Arbeit ist nicht immer leicht. Psychische und physische Überbelastungen in der Pflege sind keine Einzel­fälle. Deshalb müssen die Arbeitsbedingungen angepasst und den berechtigten Gehaltsforderungen nachgekommen werden.

Nach dem dreistündigen, sehr informativen Aufenthalt im Landesparlament und einem Bummel durch die Wiesbadener Fußgängerzone ging es für die Jugendlichen mit neuen Ideen wieder nach Oberurff. Lehrer Manfred Schreiber sagte abschließend: „Es hat sich wirklich gelohnt. So eine Fahrt wollen wir für unsere Schüler jetzt jedes Jahr anbieten.“

Linksunten: www.hessischer-landtag.de hm.png

(Gestaltung: BUB)