TEXT: ISABELLE SOPART, ANNALENA LIESER (9B), FOTOS: PAUL KIRSCHNER (9B)

Waten im Wattenmeer. | Foto: Paul Kirschner/CJD Oberurff
Waten im Wattenmeer.

Borkum 2017, Tag 7 – Heute war definitiv der verrückteste Tag bisher. Trotzdem fing er an wie jeder andere und zwar mit einem deftigen Frühstück. Dann ging es für uns mal wieder auf die alten Drahtesel. Und ganz ehrlich: Diese Klapperkisten gehen uns mittlerweile richtig auf die Nerven. Aber für dieses Ziel hat es sich gelohnt. Also mit lautem Geschepper Richtung WATTENMEER!

Weibliche Krebse sind Uschis

Unser Führer war ein echter Seebär (für Oberurffer: ein einheimischer Ostfriese). Er war sehr groß und hatte einen Bauch, da hätte das halbe Wattenmeer reingepasst. Sein roter, buschiger Bart, der bis auf sein falschherum angezogenes T-Shirt hing, wehte episch im Wind. Dieser Mann wird uns im Gedächtnis bleiben. Als Erstes mussten zwei Mitschüler auf einer unter Naturschutz stehenden Pflanze namens Absinth herumkauen. Früher wurde aus der Pflanze ein Schnaps gebrannt, dessen Wirkung so stark ist, dass er Halluzinationen auslöst1. Leider war das bei unseren Mitschülern nicht der Fall. Nur ein Junge bekam eine taube Zunge und verlor für ein paar Stunden seine Fähigkeit zu schmecken.

Ein echter Seebär | Foto: Paul Kirschner/CJD Oberurff
Ein echter Seebär (links).

Wir lernten eine Menge über das Wattenmeer und seine Bewohner. Zum Beispiel Muscheln, die, wenn man sie an die Oberfläche holt, ihr BEIN ausfahren und damit nach einem genüsslichen Spaziergang an der Oberfläche, sich wieder in das Watt eingraben. Oder dass weibliche Krebse Uschis sind. (Das Geschlecht der Krebse kann an ihrem Bauch unterschieden werden. Ist er v-förmig, ist der Krebs männlich. Ist es u-förmig, ist es eine Frau.) Oder dass das Wattenmeer schnell zu einem sehr tödlichen Ort werden kann. Nach den Geschichten, die uns der Seebär erzählt hat, waren wir ehrlich gesagt ziemlich froh, dass wir da lebend wieder rauskamen.

Dann ging es zurück in die Jugendherberge zur Mittagspause. Als wir uns dann halbwegs erholt hatten, machten wir einen sehr schönen Spaziergang an der Strandpromenade entlang, hielten kurz am Strand und ließen den Abend mit Pizza und Getränken beim Sonnenuntergang am Meer gemütlich ausklingen. (Fortsetzung folgt)

Borkum 2017 Tagesberichte bisher

  1. Anreise
  2. Vor uns die Sintflut und ein Open-Air-Gottesdienst
  3. Bad Monday!
  4. Der erste richtig schöne Tag
  5. Sandskulpturen gegen Inselkoller? Voting zum Sandskulpturen-Wettbewerb
  6. Klassenkämpfe
  7. Laufende Muscheln und Pizza

(Gestaltung: BUB)

  1. Absinth ist inzwischen wieder als teurer Edellikör im Einzelhandel erhältlich. Anmerkung BUB