Am 14. Januar 2026 fand um 19 Uhr im Musischen Saal ein informativer Abend zum Thema Amphibienwanderung statt. Referent des Abends war Rainer Hartmann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), der eindrucksvoll über die alljährliche Wanderung von Kröten, Fröschen, Molchen und Unken informierte.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, warum Amphibien bereits bei milden Wintertemperaturen ihre Winterquartiere verlassen und sich auf den oft gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern machen. Gerade in Oberurff sind jedes Jahr tausende Erdkröten unterwegs, was die Region zu einem besonders sensiblen Gebiet für den Amphibienschutz macht.

Tausende Erdkröten jährlich am Oberurffer See auf Wanderung

Rainer Hartmann machte deutlich, welchen Gefahren die Tiere auf ihrem Weg ausgesetzt sind. Neben dem bekannten Problem des Überrollens durch Fahrzeuge erläuterte er auch weniger bekannte Ursachen für den Tod der Amphibien. So verwies er auf die Forschungsergebnisse von Professor Dietrich Hummel, der nachweisen konnte, dass bereits der durch Fahrzeuge erzeugte Strömungsdruck bei höheren Geschwindigkeiten tödlich für die Tiere sein kann – selbst dann, wenn sie nicht direkt überfahren werden. Ein eindringlicher Appell richtete sich daher an alle Autofahrer, während der Wanderzeiten Tempo 30 möglichst nicht zu überschreiten, um die Überlebenschancen der Tiere deutlich zu erhöhen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war das große Engagement der Naturschutzgruppen. Seit vielen Jahren setzen sich Ehrenamtliche aktiv gegen den Amphibientod ein, indem sie Fangzäune aufstellen, Kröten über Straßen tragen und Ersatzlaichgewässer anlegen. Diese wichtige Arbeit ist auf zahlreiche helfende Hände angewiesen. In diesem Zusammenhang stellte Hartmann auch die Informationsangebote des NABU vor, insbesondere die Sonderseiten zur Krötenwanderung mit aktuellen Meldungen, Aktionsstandorten und Möglichkeiten zur Mithilfe.

Christophorusschule wird auch 2026 beim Amphibienschutz unterstützen

Der Vortrag stieß auf reges Interesse und regte zu vielen Fragen und Gesprächen an. Insgesamt war es ein gelungener Abend, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch das Bewusstsein für den Schutz heimischer Amphibien stärkte und zum Mitmachen motivierte. Auch in diesem Jahr wird unsere Schule bei der Amphibienwanderung am Urffer See aktiv sein und hoffentlich, so wie im letzten Jahr, hunderten Tieren über die Straße helfen.

Text und Bilder: Bastian Schalk