Römisches Essen in neuen Rollen. Foto: privat
Römisches Essen in neuen Rollen. Foto: privat

Xanten? Wo ist das denn? Diese Frage stellte sich so mancher, der von dem Ziel unserer Exkursion erfuhr. Am Niederrhein – fast schon in den Niederlanden. Das wissen die 13 Schüler des Geschichtskurses (Jahrgang 11) nun genau und auch, dass die Fahrt zum ehemaligen Legionslager der Römer gut drei Stunden dauert. Aber die lange Fahrzeit in die Römerzeit hat sich gelohnt, denn auf dem weitläufigen Gelände der ehemaligen Colonia Ulpia Traiana gab es viel zu sehen.

Lange Fahrzeit in die Römerzeit hat sich gelohnt

Unsere Führung startete mit dem Blick auf das große Panorama des rekonstruierten Xanten, einer Stadt mit mindestens 10´000 Einwohnern, die mit überdachten Bürgersteigen, Forum und Tempeln alles bot, was ein Römer an urbaner Zivilisation gewohnt war. Fürs Freizeitvergnügen gehörte dazu natürlich ein Ampitheater, in dem vor knapp 2´000 Jahren Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen bejubelt wurden. Mit dem Blick von den rekonstruierten Rängen in die ovale Arena bekamen wir schon ein gutes Gefühl für antike Räumlichkeit.

Aufmerksame Beobachter der Geschicklichkeitsspiele. Foto: privat
Aufmerksame Beobachter der Geschicklichkeitsspiele. Foto: privat

Das steigerte sich, als wir die kleinen Thermen betraten. Diese waren eher ein ‚Wellness-Bereich‘ für die Gäste der benachbarten römischen Herberge als ein Schwimmbad, denn in den großen Wannen mit heißem Wasser konnte man entspannen und den Blick über die schöne Deckenmalerei gleiten lassen. Weil die Thermen zur Zeit nicht beheizt waren (wird aber zu bestimmten Anlässen noch gemacht!), entspannten wir uns bei einem Imbiss, bevor es zu nächsten Führung mit dem Schwerpunkt ‚Römer und Germanen‘ ging.

Workshop Gemmen schneiden. Foto: privat
Workshop Gemmen schneiden. Foto: privat

Die archäologischen Fundstücke werden in einem lichtdurchfluten, modernen Museum präsentiert, das teilweise fast wie eine Einkaufsgalerie wirkte. Die handwerkliche Kunst der Römer probierten wir anschließend in einem Workshop ‚Gemmen schneiden‘ nachzuvollziehen. Gemmen sind Halbedelsteine, meist rund oder oval, in die Bilder hineingefräst werden. Wir versuchten mehr oder minder erfolgreich farbige Glassteine zu verzieren. Nach so viel Bildung und Arbeit freuten wir uns auf den Höhepunkt des Tages: das römische Gastmahl. Prächtige Wandmalereien und die passenden Gewänder sorgten dafür, dass wir uns schon ziemlich römisch fühlten. Als wir uns durch Rollenkarten auch noch in römische Prominente wie Caesar oder Messalina verwandelten und das römische Menü nach Rezepten von Apicius serviert wurde, war die Stimmung richtig fröhlich. Nach einigen Runden antiker Geschicklichkeitsspiele traten wir die lange Rückfahrt an – der einzige Nachteil von Xanten aus hessischer Sicht. KATHARINA VON URFF

Xanten – Stadt in Nordrhein-Westfalen

(Gestaltung: BUB)