Landesweiter Mathematikwettbewerb der achten Klassen

Und doch haben sie es getan. Freitag-Nachmittag. Es wird schon früh dunkel. Außentemperatur um den Gefrierpunkt, gefühlt zehn Mal kälter. Zehn Mal? Dann darf es natürlich nicht genau null Grad sein, mathematisch korrekt gedacht1.

Laut Volksmund geht die Liebe durch den Magen. Das scheint auch für Mathematik zu gelten. Gemeinsames Pizza-Essen sorgte für genüsslich-heiteren Einstieg zum konzentrierten Coaching in Mathematik am kalten Freitag-Nachmittag. (*)

Womit wir beim Grund wären, der über 20 Schüler der Klasse 8b freiwillig dazu getrieben hat, sich am freien Freitag-Nachmittag auf dem kalten Campus des CJD Oberurff zu versammeln: Mathematik. Das hat es noch nie gegeben, bei der 8b. Und auch sonst eher selten.

Schüler haben als Team
schon jetzt gewonnen

Keine Sorge, die Schüler der 8b sind ganz normale Teenager. Es bedurfte schon eines triftigen Grundes, dass sie das Angebot ihres Fachlehrers angenommen haben, am Ende einer anstrengenden Schulwoche (neben der Kälte häufen sich gerade Klassenarbeiten) sich zweieinhalb Stunden lang quer durch alle zurückliegenden Schuljahre im volkstümlich gern als „Hassfach“ verschrienen Mathematik coachen zu lassen. Kommenden Donnerstag gibt es den landesweiten „Mathematikwettbewerb“, eine traditionell allseits gefürchtete Vergleichsarbeit.

Nach einem gemeinsamen Pizza-Essen – zweieinhalb Stunden konzentrier­tes Coaching unterbrochen lediglich von einer kleinen Lüftungspause. Wer hätte das den altersbedingt eher „unruhigen“ Jugendlichen zugetraut? Alle Schüler hatten sich langfristig vorbereitet. In einem eigenen Hefter wurden Wettbewerbe der letzten Jahre trainiert und anhand verfügbarer Lösungen individuelle Defizite herausgearbeitet. Zu den Themen mit den meisten Defiziten, etwa Prozentrechnung und geometrische Konstruktionen, hatten sich Schüler mit Kurzreferaten vorbereitet. Nach 150 Minuten waren alle völlig erschöpft, aber guter Dinge. Wie immer am kommenden Donnerstag der Mathematikwettbewerb ausgehen mag. Die Schüler haben als Team schon jetzt gewonnen. Sie haben sich selbstbewusst ihrem Leistungsstand – inklusive der dazugehörigen Defizite – gestellt und sich eigenverantwortlich gezielt daran gemacht, ihre Fachkompetenz in einem gemeinsamen Kraftakt zu verbessern.

Eindrücke vom Mathematik-Coaching. (*)

Interessanter Nebeneffekt: Talente wurden entdeckt! Der Deal zwischen Fachlehrer und Klasse war, dass die Schüler die Veranstaltung vollkommen eigenverantwortlich organisieren. Man möge die Details nicht unterschätzen:

  • Anmeldung der interessierten Schüler annehmen
  • Räume reservieren (Arbeitsraum und „Pizzaessenraum“2)
  • Arbeitsmittel beschaffen
  • Reinigungsservice informieren
  • Pizza-Bestellung aufnehmen
  • Pizza-Lieferung und Bezahlung organisieren
  • Entsorgung der Pizza-Kartons
  • Räume am Ende in Originalzustand versetzen

Carina und Mira hatten sich als „Event-Managerinnen“ für die Koordination des Coaching-Nachmittages bereit erklärt. Und wirklich alles hat perfekt geklappt. Gutes Omen für Donnerstag.

Linksunten:

Mathematikwettbewerb (Hessen) – Aufgaben hm.png

Mathematikwettbewerb (Hessen) – Lösungen hm.png

(*) Text/Bild: Andreas Bubrowski

  1. Denn 0 multipliziert mit zehn ist NICHT MINUS 10 (Grad) sondern NULL.
  2. Um zu vermeiden, die ganze Zeit über im Essensdunst sitzen zu müssen.