Wie sicher die meisten mitbekommen haben, war am Freitag, 9. März 2012, das Jüdische Museum Berlin im CJD Oberurff, um den Schülern einige Einblicke in das Thema jüdischer Glaube zu präsentieren.

Jüdische Museum Berlin im CJD Oberurff. (*)

Hierbei fanden eine Führung und ein Workshop statt. Über beides berichten nachfolgend Marius (10c) und Valentin (10a).

Mobile Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin

Von Marius Gerz (Klasse 10c)

In den ersten beiden Schulstunden hatten meine Klasse (10c) und ich eine Führung durch die mobile Ausstellung des jüdischen Museums Berlin (kurz JMB). Nach kurzer Zeit, in der wir den zwei Leitern dieser Führung bei dem Aufbau der kleinen Ausstellung geholfen hatten, begannen die beiden mit einer Vorstellung und Einführung. Schnell merkten wir, dass es nicht wie eine normale Führung ablaufen würde, denn die Ausstellung bestand aus fünf großen, gepolsterten Würfeln, in die Scheiben eingelassen waren. Uns wurde erklärt, dass jeder dieser Würfel sich mit einem spezifischen Thema befasst, um Beispiel mit den speziellen religiösen Essensriten der Juden.

Aufbau der Ausstellung. (*)

Im Folgenden teilten wir uns selbst in kleine Gruppen auf. Jede der Gruppen durfte sich ein Überthema aussuchen und sich dann zu dem jeweilig passenden Würfel begeben. Jetzt bekamen wir den Auftrag, selbst kurz Referate anzufertigen, die später vorgetragen werden sollten. Ich fand diese Idee sehr gut, da man sich so sehr gut mit dem Thema auseinandersetzen konnte. Außerdem wurde man so animiert, gut zuzuhören, weil man sonst am Ende ohne etwas sagen zu können vor der Klasse stehen würde. Die Themen, zwischen denen wir die Wahl hatten, waren alle sehr gut an die heutige Zeit angepasst. Außerdem waren sie so konzipiert, dass man gerne mit ihnen arbeitet.

Workshop mit Schülern. (*)

Während der Zeit, in der wir uns mit Hilfe des Würfels und einiger anderer Materialien mit unserem Thema beschäftigten, standen uns die beiden Mitarbeiter des JMB, Jan und Johannes, für jegliche Fragen zur Verfügung. Jede Frage, die man stellte, wurde mit großer Freude beantwortet und man bekam nicht nur eine spezifische Antwort, sondern mehr, sodass man von jeder Antwort viel lernen konnte. Als alle mit ihrer Vorbereitung auf den Vortrag fertig waren, begannen wir mit den Präsentationen. Dazu ist zu sagen, dass ich überrascht war, wie gut alles klappte und vor allem wie ruhig es war, während andere vorgetragen haben. Daran konnte man sehen, wie interessiert jeder war. Abschließend ist zu sagen, dass es kaum eine bessere Art gibt, Schülern etwas beizubringen. Es war deutlich besser als eine normale „trockene“ Führung bei der man nur zuhören darf. Ich denke, jeder hat viel aus diesen zwei Stunden über jüdische Religion und Geschichte gelernt. Ich kann diese Ausstellung nur jedem weiterempfehlen.

Workshop So einfach war das!

Von Valentin Scharf (Klasse 10a)

Der dreistündige Workshop „So einfach war das!“ beinhaltete das Thema jüdische Kindheit und Jugend nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland. Hierzu sprachen wir nach einer intensiven Vorstellungsrunde darüber, wie unsere Vorstellungen des jüdischen Alltags nach 1945 aussahen. Anschließend wurden wir über die jüdische Geschichte während und nach dem Dritten Reich in Bad Zwesten und Umgebung aufgeklärt. Zum Beispiel wurden uns die Standorte einiger ehemaliger Synagogen gezeigt und die Anzahl jüdischer Gemeindemitglieder vor und nach dem Dritten Reich mitgeteilt.

Jüdischer Glauben im Diaolg. (*)

Nach diesen durchaus interessanten Informationen heftete Jasmin, unsere sehr nette Workshopleiterin, einige Fotos an die Tafel und wir durften uns in Kleingruppen jeweils eins dieser Bilder aussuchen und dazu anschließend eine Geschichte zu der jeweiligen Person, die auf dem Bild abgebildet war, auf einem iPod anhören. Die bekannten und unbekannten, mehr oder weniger gläubigen Juden und Jüdinnen beschrieben ein prägendes Erlebnis aus Kindheits- oder Jugendtagen, das immer in irgendeiner Weise mit ihrer Zugehörigkeit zum Judentum zu tun hatte. Diese Berichte reichten von 1947 bis in die frühen 1990er Jahre.

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Jüdisches Museum Berlin – Standort

Nachdem wir die Möglichkeit hatten, die Geschichte mehrmals zu hören und das Aufgenommene in Worte zu fassen, war es unsere Aufgabe, die Informa­tionen in Form von Kurzreferaten an unsere Klassenkameraden weiter zu geben. Hierbei lernten wir viel über Antisemitismus und Anfeindungen gegenüber Juden und deren Leben auch noch weit nach 1945. Auch ich kann den Workshop des Jüdischen Museums Berlin nur weiterempfehlen.

Linksunten: Jüdisches Museum Berlin hm.png

(*) Fotos/Teaser: Chistina Kramer, Gestaltung: abu