SchuluniformFarbige Oberurff-Shirts (*)

Deine Schuhe sind nicht cool!“ Dieser Satz kann wehtun. Immer häufiger wird in den Medien daher lobend über die Einführung von Schul- uniformen berichtet. Hauptargument: Endlich würde unter Schülern der Wettbewerb aufhören, sich mittels teurer Markenkleidung hervorzuheben. Und wirklich, nicht wenigen Eltern fällt es schwer, Schulgeld (im Falle von Oberurff) und stetig steigende Lebenshaltungskosten unter einen Hut zu bringen. Dann wird es finanziell eng, wenn noch alle sechs Monate ein neues Paar adidas-Turnschuhe (um 80 Euro), ein paar Nike-Shirts (um 40 Euro) oder ein cooles Kappie (um 30 Euro) ansteht. Das würde alles wegfallen. Doch der Einheitslook hat auch seine Kehrseite.

Schluss mit „Sexbomben-Invasion auf Schulhöfen“

In einer ausführlichen Reflexion in der Süddeutschen Zeitung vom letzten Wochenende zum Thema einheitliche Schulkleidung, wird der Bremer Bildungssenator, Willi Lemke, zitiert.

Wenn … auch noch die Sexbomben-Invasion auf den Schulhöfen zumindest entwaffnet werden kann, die sich mitunter auch bei elfjährigen Lolitas aus nach oben gezogenen String-Tangas einerseits und nach unten gezogenen Hosen sowie nabelfreier Oberbekleidung andererseits nährt: umso besser.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung, 27. Oktober 2007)

Was Senator Lemke aus seinem Bundesland drastisch beschreibt, hätte auch anderswo, etwa in Oberurff, beobachtet werden können. Wenn die „Invasion“ bei uns auch moderater ausfallen mag als in den Ballungsgebieten. Wer gelegentlich bei Jugendsendern, wie PLANET oder YOUfm, reinhört, kann sich schon mal über die Modesuggestionen für den nächsten Frühling informieren. Die klingen aber eher nach Aufrüstung. Denn die Oberbekleidung soll auch am anderen Ende frei werden. Dekolletés sind im Kommen…

Oberurff-Shirts

Ein bisschen einheitliche Schulkleidung ist in Oberurff Tradition. Die neuen fünften Klassen erhalten ein Shirt mit CJD-Logo in einer pro Klasse einheitlichen Farbe. Das Tragen ist fakultativ. Die Shirt-Farbtupfer tauchen vor allem in den ersten Wochen nach der Einschulung häufiger im Gedränge der Schüler auf. Später nur noch vereinzelt.

Eine einheitliche Schulkleidung ist aber mehr. Sicher brauchen wir keine stichfesten Uniformen, wie etwa Schüler in England. Dennoch dürfte es nicht leicht sein, bei Schnitt, Farbe und Material, alle Vorstellungen von Schülern und Eltern auf einen Nenner zu bringen. Wo an deutschen Schulen der Einheitslook eingeführt wurde, hat es bislang nur positives Feedback gegeben. Denn, so zeigt sich, so einheitlich und formatisierend ist einheitliche Schulkleidung gar nicht. So wird berichtet, dass die Mädchen jetzt eben mit raffinierten Frisuren und Accessoires auftrumpfen. Und die Jungen? Sich mit Schuluniform bushido-cool zu geben, dürfte eher komisch wirken.

Ein bisschen Baumwolle löst keine Schulprobleme

FingerEinheitliche Schulkleidung dämpft
Machogehabe
(*)

Trotz aller positiven Wirkungen – ein bisschen Baumwolle löst keine Schul- probleme. Einheitliche Schulkleidung mag Randerscheinungen des Schul- alltags harmonisieren. Doch eine egoistische und rücksichtslose innere Haltung wird nicht dadurch in Selbst- losigkeit und Altruismus umgewandelt, dass man den Menschen in eine einheitliche Schuluniform steckt.

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(*) Text/Bild: Andreas Bubrowski