Von Marise Moniac (Lehrerin Deutsch/Französisch)

Bretagne und Côte d‘ Azur treffen Camenbert und Parfum (laut Haftzettel)

Oberurff, gestern. Keine Frage: Einer echten Französin zuzuhören, wie sie in ihrer Muttersprache parliert, das motiviert bedeutend mehr als die normalen Unterrichtsstunden. Entsprechend groß war die Begeisterung der Oberurffer Schüler, als ein Besuch des France Mobil angekündigt wurde. Der kompakte kleine Renault, vollgepackt mit Materialien über unser Nachbarland, machte im Übrigen schon zum zweiten Mal Halt in der Christophorusschule. In diesem Jahr durften die Fremsprachenanfänger und die Zehntklässler jeweils eine Schnupperstunde genießen.

Sabine Vranckx aus Toulouse zeigte zunächst den Jüngsten, wie sie quasi spielerisch Vokabeln üben und kleine Sätzchen sprechen können. Galgenmännchen auf Französisch und ein zweisprachiges Memory – dafür braucht man keine teuren Hilfsmittel, und Spaß macht es trotzdem. Weiter ging es mit Musik: Für Ohren, die an englische Songs gewöhnt sind, klangen die Chansons erst einmal höchst ungewöhnlich, selbst als Sabine auch Techno- und HipHop-CDs auflegte.

Später gab es Informationen: 500 Millionen Menschen in 53 Ländern sprechen französisch – mit Recht kann hier von einer Weltsprache gesprochen werden. Für deutsche Schüler und Studenten, die ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten, gibt es heutzutage zahlreiche Programme und Möglichkeiten, um ein paar Monate in Frankreich zu studieren oder ein Praktikum zu absolvieren. Da die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich umfangreich und bedeutend sind, haben junge Deutsche mit Fremdsprachenkenntnissen gute Berufschancen, erklärte Sabine überzeugend.

Zum Schluss machte sie noch auf eine Fortsetzungsreihe des Fernsehsenders Arte aufmerksam. Jeden Sonntag um 20 Uhr werden hier auf unterhaltsame Weise Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Lebensgewohnheiten der Deutschen und Franzosen gezeigt. Wie also essen die Franzosen zum Beispiel ein gekochtes Ei? Eierlöffel gibt es nicht, wohl aber fein geschnittene Brotstückchen, mit denen der Feinschmecker das Eigelb aufsaugt. „In Frankreich sehen wir eben viele Dinge lockerer“, war das Fazit der charmanten Botschafterin.

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www.francemobil.de

arte: KARAMBOLAGE