VON DENNIS RUHWEDEL (7E, WEBLOG AG)

Gedenkveranstaltung im Katholischen Gemeindehaus. Foto: D. Ruhwedel/CJD Oberurff

Wie in vielen Städten und Gemeinden kam es vor 80 Jahren, nachts vom 9. zum 10. November 1938, zu brutalen und gewaltvollen Übergriffe auf Juden, so auch in Gemünden. Am 10. November 2018, also 80 Jahre nach der Reichspogrommnacht (von den Nazis als Reichs-Kristallnacht bezeichnet) veranstaltete der Museumsverein der Stadt Gemünden eine Gedenkveranstaltung im Katholischen Gemeindehaus.

Historische Aufnahmen vom Leben jüdischer Mitbürger. Foto: D. Ruhwedel/CJD Oberurff

Das Katholischen Gemeindehaus wurde deshalb ausgewählt, da es früher in jüdischem Besitz war, hier gab es auch den ersten Übergriff auf jüdische Mitbürger der Stadt während der Reichspogromnacht. Auch Vertreter der Evangelischen und Katholischen Kirche waren anwesend. Als erstes wurden mehrere Reden von Mitgliedern des Museumsvereins und dem evangelischen Pfarrer von Gemünden gehalten. Danach wurden die jüdischen Opfer der NS-Gewaltherrschaft aufgezählt und Kerzen für die Opfer angezündet. Ebenfalls wurden Gedichte und Lieder, die sich auf das Leid der Juden bezogen, vorgetragen.

[mappress mapid=“90″] Gemünden, Hessen

Am Ende wurden Fürbitten ausgesprochen. Dann hatten die Besucher die Gelegenheit, sich die Ausstellung in Ruhe anzuschauen und ihre Gedanken auszutauschen. Auf einem langen Tisch standen Bilder der jüdischen Familien und an einer Tafel wurden Bilder der früher von Juden bewohnten Häuser in Gemünden und seinen Gemeinden angebracht. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Musikern, die auf einem Klavier und einer Geige jüdische Musik spielten. Es war eine sehr schöne und auch informative Veranstaltung, bei der ich vieles Neues lernen konnte.

(Gestaltung: BUB)