Die Abenteuerwoche war im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes Abenteuer. Genau in der Woche der „Eisheiligen“, vom 11. bis 15. Mai, machten sich dreizehn Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Herrn Schalk und Frau Schmitz auf den Weg, den
heimischen Nationalpark Kellerwald-Edersee zu erkunden.

Warum immer weit wegfahren, wenn das Abenteuer direkt vor der Haustür beginnen kann?

Bereits der erste Tag stellte die Gruppe vor eine echte Herausforderung: Acht Kilometer Wanderung im strömenden Regen. Selbst die beste Regenjacke war irgendwann durchnässt, obwohl alle erstaunlich gut ausgerüstet waren. Während einer interessanten Führung durch einen Ranger erfuhren wir viel über die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks. Besonders das Lieblingstier des Rangers, der Feuersalamander, begleitete uns gedanklich durch die gesamte Woche. Leider bekamen wir ihn trotz bester Voraussetzungen (Regenwetter) nicht zu Gesicht. Immerhin fanden wir seine Larven und konnten somit bestätigen: Es gibt sie tatsächlich im Nationalpark!

Insgesamt verbrachten wir vier Nächte auf unterschiedlichen Campingplätzen, die wir jeweils zu Fuß erreichten. Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz in Rehbach. Nach einer warmen Dusche wurden wir dort mit Pizza belohnt. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich waren wir nun endgültig abgehärtet. Kälter konnte es schließlich kaum noch werden – zumindest hofften wir das.

Die zweite Etappe führte uns über etwa zwölf Kilometer zum Albert-Schweitzer-Lager. Dort stand am Nachmittag ein Techniktraining mit Kanadiern und Kanus auf dem Programm. Ein besonderes Highlight war der Besuch von Alexander Hainmöller vom Kellerwald Outdoor Laden in Gilserberg. Gemeinsam kochten wir über offenem Feuer ein leckeres Chili sin Carne und für die Fleischesser con Bockwurst.

Am Mittwoch wartete die Königsetappe auf uns: 21 Kilometer Wanderung. Glücklicherweise blieb das Wetter diesmal weitgehend trocken; geregnet hat es nur während unseres Besuchs im Nationalpark Zentrum. Dort konnten wir das bereits erworbene Wissen noch einmal vertiefen und viele spannende Eindrücke über Wildkatze und andere Tiere sammeln. Am Abend wurde dann eifrig darüber diskutiert, wer die größte Blase am Fuß vorzuweisen hatte. Der klare Sieg ging dabei an Luisa. Für strahlende Augen sorgte anschließend das Abendessen im MUN Restaurant in Scheid, als endlich die wohlverdienten Burger serviert wurden.

Der Donnerstag begann mit einer Überfahrt auf der Fähre (zum hinüber Schwimmen war das Wasser dann doch etwas zu kalt) zurück nach Rehbach. Von dort aus ging es weiter zum Hochseilgarten. Hoch oben in den Baumkronen bot sich nicht nur eine schöne Aussicht auf den Edersee, sondern auch die Möglichkeit, sich auf den verschiedenen Parcours immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Mut, Geschicklichkeit und manchmal auch eine kleine Portion Überwindung waren hier gefragt.
Anschließend wanderten wir weiter nach Affoldern. Nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage freuten wir uns, unseren letzten Campingplatz zu erreichen, der idyllisch direkt an der Eder gelegen war. Dort meinte es das Wetter endlich gut mit uns,
sodass wir in der Sonne unsere „Astronautennahrung“ probieren konnten. Verschiedene Gerichte wie „Spaghetti Carbonara“ oder „Wildrisotto“ wurden direkt in der Tüte mit heißem Wasser zubereitet. Zwar empfanden wir die Tütennahrung alle etwas salzig,
doch die Erfahrung war definitiv etwas Besonderes. Nachdem das letzte Zelt abgebaut war, ging es schließlich noch einmal auf das Wasser, diesmal aber nicht auf den Edersee, sondern den Ederfluss. In Kanadiern, jeweils zu zweit oder zu dritt, paddelten
wir von Affoldern bis zum Endpunkt unserer Tour, der großen Wehrstufe bei Fritzlar.

Am Ende der Woche können wir nur ein Fazit ziehen: Diese Abenteuerwoche hat ihren Namen mehr als verdient. Wir sind besonders stolz auf unsere „Survivalgruppe“, die die teils schwierigen Bedingungen mit jeder Menge Durchhaltevermögen, Teamgeist und viel „Alegría“ gemeistert hat. Ein besonderer Dank gilt Herrn Schalk, der die Tour mit viel Erfahrung und Engagement hervorragend geplant hat. Ebenso danken wir Herrn Ottemeier, unserem unermüdlichen „Packesel“, der uns zuverlässig unterstützte und Zelte sowie Isomatten von Campingplatz zu Campingplatz transportierte. Gemeinsam haben wir dazu beigetragen, dass diese Woche für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer!