REISEN IN DEUTSCHLAND TEIL ZWEI

Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz
Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz

Im ersten Teil der Artikel Serie Reisen in Deutschland wurden die meiner Meinung nach fünf schönsten Städte Deutschlands vorgestellt, doch in Deutschland kann man nicht nur spannende Städte entdecken, sondern auch traumhafte Landschaften erkunden. Daher stelle ich heute die meiner Meinung nach fünf schönsten Landschaften für Abenteurer, Familienurlauber oder Leute, die es etwas ruhiger angehen wollen, vor. Denn zwei Wochen Ferien haben wir ja noch!

Bayrische Alpen

Blick über den Königssee
Blick über den Königssee
Ausgedehnte Nadelwälder, klare Flüsse, beeindruckende Gipfel und ursprüngliche Täler; die bayrischen Alpen sind das wohl vielfältigste Gebiet Deutschlands. Hier ist nicht nur die Zugspitze beheimatet, welche mit 2963 Metern etwa acht Mal so hoch ist wie das Empire State Building und somit der höchste Berg Deutschlands ist, sondern auch der Königsee ist ein Teil der bayrischen Alpenregion. Er ist mit 190 Metern der zweittiefste See Deutschlands. An seiner tiefsten Stelle könnte man den schiefen Turm von Pisa drei Mal übereinanderstellen, ohne dass der Turm aus dem Wasser ragen würde. In der Bayrischen Alp kann man zahlreicher faszinierender Orte wie die Partnachklamm oder die Wendelsteinhöhle entdecken. Auch die Schellenberger Eishöhle, das Kehlsteinhaus oder das Salzbergwerk von Berchtesgaden sind einen Besuch wert. Wer etwas mehr Action haben will, ist mit einem Gleitschirmflug über dem Königsee gut bedient.

Moselland

Nach ihrem Ursprung am Col de Bussang, einem Pass in Frankreich, legt die Mosel 544 Kilometer zurück, bis sie am Deutschen Eck (Koblenz) in den Rhein mündet. Ihre Flusstäler bahnen sich ihren Weg durch zahlreiche Mittelgebirgslandschaften wie Hunsrück und Eifel. Entlang ihrer Flusstäler wird häufig Weinanbau beziehungsweise Rebbau betrieben. Zu den schönsten Städten entlang der Mosel zählen die Römerstadt Trier, die Kleinstadt Traben-Trabach, welche an der Mittelmosel liegt, und Koblenz. Traben –Trabach hat gerade einmal 5962 Einwohner. Die Kleinstadt ist von wunderschönen Fachwerkhäusern und Jugendstilbauten durchzogen, welche man bei einem gemütlichen Spaziergang betrachten kann. Über der Stadt thront die Burgruine Grevenburg. Die wohl außergewöhnlichste Sehenwürdigkeit in Traben-Trabach ist das Buddha Museum. Nur wenige Kilometer von der Mosel entfernt liegt die hochmittelalterliche Höhenburg Eltz, welche nicht nur ein schönes Fotomotiv ist, sondern auch besichtigt werden kann. Sie zählt zu den bekanntesten und schönsten Burgen Deutschlands. So war sie beispielsweise von 1961-1995 auf der 500-DM-Banknote abgebildet. Ein weiteres schönes Fotomotiv ist die Moselschleife bei Bremm.

Sächsische Schweiz

Im Im äußersten Osten der Republik liegt die Sächsische Schweiz, welche Teil des Elbsandsteingebirges ist. Sie ist Deutschlands einziger Felsennationalpark und ist gerade einmal 25-55 Kilometer von Dresden entfernt. Der Nationalpark Sächsische Schweiz wurde 1990 von der Deutschen Demokratischen Republik gegründet. An der tschechischen Grenze geht die Sächsische Schweiz in die Böhmische Schweiz über. Besonders charakteristisch für die Sächsische Schweiz sind die zahlreichen Felsformationen, die ausgedehnten Wälder und die Elbe, welche gemeinsam mit ihren Nebenflüssen zur Entstehung der einzigartigen Felslandschaft beigetragen hat. Viel dieser Felsformationen eignen sich auch zum Klettern und die großen Wälder sind für einen Wanderurlaub ideal. Die schon 1851 erbaute Basteibrücke ist das wohl bekannteste Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz und ein beliebtes Fotomotiv (Eintritt natürlich frei). Der Nationalpark verfügt über einen eigenen Bahnhof (Nationalparkbahnhof Bad Schandau) und liegt an der Bundesstraße 127, sodass er gut zu erreichen ist.

Spreewald

Der Name Spreewald kommt aus dem Niedersorbischen (eine westslawische Sprache, welche vom Aussterben bedroht ist) und bedeutet so viel wie Sümpfe. Der Spreewald ist von unzähligen Wasserarmen der Spree durchzogen. Diese Wasserarme, auch als Fließe bezeichnet, bilden ein komplexes Netz aus Kanälen und kleinen Inseln, den Kaupen. Entlang der Fließe befinden sich oft Auen, Moore und Sümpfe, die nicht nur eine ganz besondere Landschaft erzeugen, sondern auch einen wichtigen Lebensraum bilden. Hier leben Tiere wie der lange Zeit vom Aussterben bedrohte Schwarzstorch oder der Flussotter. Das ist auch der Grund, weshalb ein Teil von diesem empfindlichen Lebensraum zum UNESCO-Biosphärenreservat ernannt worden ist. Die größte Stadt in der Spreewaldregion ist Lübbenau. Das 17.000-Einwohnerstädtchen ist mit 115.000 Übernachtungsgästen eine Touristenhochburg und wird oft als Tor zum Spreewald bezeichnet. Eine ganz besondere Attraktion ist das Erlebnisbad Lübbenau. Das Erlebnisbad ist einzigartig in Europa, denn ein verglaster Teil des Schwimmbeckens ist das Zuhause von 16 Humboldtpinguinen, die nur wenige Zentimeter von den Badegästen entfernt schwimmen und spielen. Der 260 Kilometer lange Gurkenradweg führt quer durch die gesamte Spreewaldregion und eignet sich daher gut für alle Sportliebhaber. Während eines Spreewaldaufenthalts sollte man unbedingt eine Spreewaldgurke probieren.


Real Life Fairy Tale Village in Germany | Spreewald [4K] © GoodStuff/YT

Wattenmeer

Das Wattenmeer bei Cuxhaven
Das Wattenmeer bei Cuxhaven
Das Wattenmeer der Nordsee ist das mit Abstand größte Wattenmeer der Welt. Die Gezeiten sorgen dafür, dass das Aussehen des Wattenmeeres sich stetig verändert. Bei einem Hochstand ist das Wattenmeer unter den Wassermassen verborgen, doch wenn die Ebbe beginnt, offenbart sich ein einzigartiger Lebensraum, das Watt. Hier sind Tiere wie der Wattwurm oder die Strandkrabbe zuhause. Wer diese außergewöhnliche Landschaft erkunden möchte, sollte an einer geführten Wattwanderung teilnehmen. Große Teile des Wattes sind geschützte Nationalparks. Der größte von ihnen ist der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Er erstreckt sich von Dänemark bis zur Elbe. Seine Fläche beträgt 441.500 ha, die Fläche des Saarlands beträgt gerade einmal 256.975 ha. Damit ist der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer nicht nur der größte Nationalpark Deutschlands, sondern auch der größte zwischen dem Nordkap und Sizilien.

Am deutschen Wattenmeer Nordsee gibt es zahlreiche Städte und Inseln beziehungsweise Halligen, die einen Besuch wert sind. Halligen, das sind kleine Inseln oder auch Marschinseln, die nur wenige Meter aus dem Wasser ragen. Aufgrund ihrer geringen Höhe werden sie häufig während einer Sturmflut überschwemmt, das nennt man dann ‚Land unter‘. Im Gegensatz zu heute wurden Halligen früher meist eingedeicht, um sie vor den Fluten zu schützen. (eingedeichtes Marschland = Koog) Mittlerweile wird das nicht mehr gemacht, stattdessen legt man künstliche Hügel (Warften) an, auf denen Gebäude vor den Fluten sicher sind. Die beiden Halligen Hooge und Langeneß eignen sich gut für einen Entspannungsurlaub, da sie als einzige Halligen über Hotels verfügen.

Für alle, denen eine Hallig zu ruhig ist, gibt es zahlreiche größere Inseln wie beispielsweise Borkum, Norderney oder Sylt. Zu den größten Nordseestädten mit Watt zählen Emden, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven und Husum. DENNIS RUHWEDEL