VON JONAS WURSCHER, 7B

Jonas in Australien. Foto: privat

Wenn ein Oberurffer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Besonders, wenn er zudem Mitarbeiter der WEBLOG AG ist und zum Team der Onlineredaktion von CJD UPDATE gehört. Zum Beispiel Jonas, Gymnasium, Jahrgangsstufe sieben. Der war vor genau einem Jahr in Australien.

Unser Ziel: Cairns, an der Ostküste von Australien

Am 20. Dezember 2018 startete meine Reise nach Australien von Frankfurt am Main aus. Nach elf langen Stunden Flug sind wir bei unserem Zwischenziel in Hongkong gelandet. Es war schon komisch, bei rund 25 Grad alles weihnachtlich geschmückt zu sehen! Am nächsten Tag dauerte unser Flug dann nochmals sieben Stunden, bis wir unser Ziel endlich erreichten: Cairns an der Ostküste von Australien. Dort angekommen hatten wir erstmal mit den zehn Stunden Zeitverschiebung und den schwülen 27 Grad Ceslsius zu kämpfen. Bei einem ersten Spaziergang am Strand entlang begrüßte uns gleich eine Schar Pelikane. Am nächsten Tag haben wir unseren Camper abgeholt, diesen tauften wir auf den Namen „Betsie“. Sie sollte uns in den nächsten drei Wochen begleiten.

Unsere erste Etappe ging zum Mission Beach, einem traumhaften Strand, aber leider hat es dort gestürmt und wie aus Eimern geregnet. Deswegen konnten wir nur ein paar Bilder machen. Abends haben wir noch den Heiligabend zusammen gefeiert. Am ersten Weihnachtstag sollte unsere Tour zu den Wallaman Falls (höchster Wasserfall Australiens) führen. Das fiel leider auch ins Wasser, weil ein riesiger Baum mitten auf der Straße lag und unseren Weg versperrte. Wir mussten uns mitten im Dschungel auf einer sehr schmalen Straße mit einem 7,50 Meter langen Camper drehen, was fast eine Stunde dauerte und meinen Vater sehr ins Schwitzen brachte. Es war trotzdem ein toller Ausflug, da wir auf der Hinfahrt kleine Kängurus gesehen haben, die über die Straße gehüpft sind. Unglaublich, wie weit sie springen konnten! Von dort aus ging es direkt nach Townsville. Am ersten Tag in Townsville haben wir einen Ausflug auf die Magnetic Islands gemacht. Die Insel ist bekannt für ihre freilebenden Koalas. Wir sind vom Hafen mit dem Boot gefahren. Als wir dort ankamen, haben wir uns sofort auf die Suche nach einem Koala gemacht. Auf einem Rundweg über die Insel haben wir herrliche Ausblicke genossen, aber nach eineinhalb Stunden Fußmarsch leider immer noch keinen Koala gefunden. Wir waren schon sehr enttäuscht, als mein Papa plötzlich sah, dass sich etwas im Busch bewegte. Tatsächlich saß ganz oben im Baum ein Koala, der gerade genüsslich seine Blätter verspeiste. Unglaublich, diesen Tieren so nah zu sein und sie zu beobachten!

Es war ein unglaubliches Erlebnis, solchen Tieren so nah zu sein

Am nächsten Tag stand ein Schnorchelausflug zum Great Barrier Reef auf dem Programm. Schon früh wurden wir mit dem Bus am Campingplatz abgeholt und zum Hafen gebracht. Dort bestiegen wir unseren Katamaran. Die Crew gab uns eine Sicherheitseinweisung und wir segelten zu einer traumhaften, kleinen Insel mitten im Meer, die zu den Whitesunday Islands gehört. Hier hatten wir zwei Stunden Zeit zum Schnorcheln. Tausende bunte Fische waren um uns herum und zum Greifen nahe. Danach brachte uns der Kapitän noch zu einer Sanddüne, wo Schildkröten sein sollten. Aber auf dieser Insel war nichts außer Sand. Also endete der Trip leider, ohne Schildkröten gesehen zu haben. Unsere nächste Etappe führte uns nach Cape Hillsborough. Als wir abends in Cape Hillsborough angekommen sind, dem Strand, wo Kängurus wild leben, mussten wir erstmal ins Bett, denn es war schon spät. Am nächsten Morgen mussten wir um 4.45 Uhr aufstehen, um die Kängurus am Strand zu beobachten. Pünktlich hüpften die Kängurus aus den Büschen an den Strand. Sie waren plötzlich überall und fraßen Seegurken und die vielen Menschen störten sie überhaupt nicht. Ich wollte ein Foto von weiter weg machen und erschrak, als ein großes Känguru auf einmal neben mir stand. Es war mir die ganze Zeit heimlich gefolgt. Es ließ sich sogar streicheln und füttern und sie waren sehr fotogen. Es war ein unglaubliches Erlebnis, solchen Tieren so nah zu sein.

Unser nächstes Ziel war der Eungella-Nationalpark (Schnabeltierpark). Dort angekommen haben wir uns sofort auf die Suche nach den Schnabeltieren gemacht, aber wir konnten nur die schöne Aussicht bewundern, denn kein einziges Schnabeltier war in Sicht. Als wir eine Stunde durch den Dschungel gewandert sind, hörte plötzlich der Weg auf und wir mussten alles zurücklaufen. Als wir wieder an unserem Ausgangsunkt angekamen, sahen wir kleine Luftbläschen im Wasser und ein kleiner Schnabel kam aus dem Wasser. Dann war auf einmal das ganze Geschöpf da und tauchte munter auf und ab. Es war echt witzig, es zu beobachten! Noch am selben Tag haben wir uns nach Rockhampton aufgemacht. Wir trafen schon am Nachmittag dort ein, aber wir mussten in dieser großen Stadt erstmal unseren Campingplatz suchen. Als wir endlich dort ankamen, sind haben wir uns erstmal ein Eis an der Rezeption gekauft und uns schon auf Silvester gefreut. Am Abend haben wir in der Campkitchen etwas Leckeres gekocht und uns mit Spielen den Abend bis Mitternacht vertrieben. Jedoch waren wir etwas erstaunt, als um halb zehn schon das erste Feuerwerk losging. Na ja, hier gehen die Uhren etwas anders dachten wir. Wir waren Deutschland eh 10 Stunden voraus. Um Mitternacht wurde dann aber nochmal ordentlich geknallt und wir schickten unseren Freunden schon Neujahrsgrüße voraus. Als wir morgens beim Frühstück saßen, war es dann in Deutschland auch endlich soweit und wir bekamen Neujahrsgrüße zurück. Nach dem Frühstück brachen wir auf nach Byron Bay, dem Surferparadies der Ostküste.

Cairns – Stadt im tropischen Norden des australischen Bundesstaats Queensland, gilt als Tor zum Great Barrier Reef

In Byron Bay angekommen sind wir zum Cape Byron, dem östlichsten Punkt der Ostküste Australiens, gewandert, um den beeindruckenden Leuchtturm zu bewundern. Von dort konnte man wunderbar die Surfer beobachten. Das Beste war, dass wir auf dem Weg zum Leuchtturm einen Schwarm Delfine im Meer gesehen haben, die munter hin und her schwammen und kleine Turtles. Am nächsten Tag sind wir zu einem ganz besonderen Krankenhaus gefahren. Es war ein Koala-Hospital mit vielen verletzten Tieren. Wir haben dort viel traurige Geschichten über sie gehört. Ein Koala wurde zum Beispiel von einem Auto angefahren und hat einen Arm verloren. Als er wieder ausgewildert wurde, wurde er kurze Zeit später wieder angefahren und dabei verlor er sein Bein. Von nun an musste er sein Leben im Hospital verbringen. Das Hospital hat sogar einen extra Krankenwagen und einen OP-Saal. Es war ein cooler Ausflug zum Koala-Hospital, wo ich viel gelernt über diese tollen, niedlichen Tiere habe. Unser nächster Stop führte zu den Ellenborough Falls. Als wir dort ankamen, waren es 41 Grad Celsius, der heißeste Tag unserer Reise. Um am Wasserfall baden zu gehen, mussten wir über Stock und Stein bergab einmal quer durch den Dschungel. Es war sehr schwül und wir hatten alle mit der Hitze zu kämpfen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war es endlich geschafft und wir mussten nur noch ein paar große Steine überwinden, um endlich ins kühle Nass zu kommen. Die Abkühlung tat sehr gut und es war ein traumhafter Ort zum Planschen. Es wurde langsam dämmrig und wir mussten leider unseren Aufstieg antreten. Dieser war noch viel anstrengender als der Hinweg. Abends im Bett haben wir uns erst Gedanken gemacht, was alles in dem See hätte sein können, auf dem giftigsten Kontinent der Welt!

Plötzlich tauchte eine ganze Delfinfamilie auf

Am nächsten Tag haben wir auf unserer Fahrt in einem Animal Park Rast gemacht. Es gab dort viele verschiedene Tiere und wir sind sofort zu den Krokodilen gelaufen, die gerade gefüttert wurden. Danach sind wir zu einem riesigen Adler gegangen, bei dem man Angst hatte, dass er einen gleich wegträgt. Auch einen tasmanischen Teufel gab es zu bestaunen. Am besten gefallen hat mir das kleine Wombat, das gerade mit seiner Kuscheleule spielte und der Koala, den ich sogar streicheln durfte. Er hatte so ein kuscheliges Fell. Als Letztes waren wir bei den Kängurus. Sie hüpften überall frei herum und ließen sich sogar streicheln. Das Größte war etwa zwei Meter groß und hatte muskelbepackte Oberarme wie ein Bodybuilder. Unglaublich! Auf dem Weg zu unserem Campingplatz haben wir noch viel über diese wundervollen Tiere gesprochen. Am nächsten Tag sind wir zu unserem nächsten Ziel gefahren: Nelson Bay. Von dort aus stand ein Ausflug mit dem Boot zum Delfine beobachten auf dem Plan. Wir waren schon alle ganz gespannt, aber leider ließ sich kein Delfin blicken. Ganz enttäuscht wollte unser Boot schon zum Baden anlegen, als plötzlich doch eine ganze Delfinfamilie auftauchte. Es wurden mit der Zeit immer mehr Tiere und es war super, sie zu beobachten. Kurz bevor wir zum Baden ankerten, trauten wir unseren Augen nicht, da schwamm plötzlich noch ein Rudel Pinguine vorbei, was sehr selten ist! Wir hatten jetzt noch die Möglichkeit, vom Boot über ein kleine Rutsche ins Meer zu gleiten. Dann mussten wir auch schon unseren letzten Campingplatz ansteuern. Dort wartet auch noch ein Highlight auf uns, auf einem großen Baum saß ein Koala mit ihrem Baby auf dem Rücken. Abends waren wir noch an einem traumhaften Strand. Am nächsten Morgen ging es zu unserer letzten Etappe nach Sydney.


Men At Work – Down Under (Official Video) © MenAtWorkVEVO/Youtube

Bevor wir unseren Camper abgaben, waren wir noch am schönsten Strand von Sydney: Bondi Beach! Ein absolutes Surfer Paradies. Die Wellen waren so hoch, dass man sich nicht halten konnte, wenn sie einen erwischten. Einen Tag vorher gab es an diesem Strand Hai-Alarm. Jetzt war es leider an der Zeit, dass wir uns von unserem Wohnmobil „Betsie“ verabschieden mussten! Sie hat uns über 3’500 Kilometer treue Dienste geleistet. Mit einem Taxi fuhren wir ins Hotel mitten in Sydney. Am Abend haben wir uns noch auf den Weg zum Opernhaus gemacht. Als wir vor davor standen, bekamen meine Eltern direkt Gänsehaut. Es war unglaublich, diesem Gebäude so nah zu sehen! Ein Fotoshooting musste natürlich sein! Am nächsten Tag haben wir mit einem Doppeldecker-Bus ein Rundfahrt durch Sydney gemacht und viel über diese tolle Stadt gelernt und alle Sehenswürdigkeiten besucht. Diese Stadt ist einfach wunderschön und durch ihre vielen Grünflächen und botanischen Gärten sehr ruhig, obwohl sie so riesig ist. Unser Urlaub neigte sich leider dem Ende zu und so brachte uns ein Taxi zum Flughafen. Mit einem kurzen Zwischenstopp (vier Stunden) in Hongkong waren wir nach 26 Stunden endlich wieder in Frankfurt, wo uns ein Freund schon zum Abholen erwartete. In den nächsten Tagen hatten wir noch sehr mit dem Jetlag zu kämpfen! Das war mein traumhafter Trip nach Down under, den ich nie vergessen werde!

(Teaser/Gestaltung: BUB)