VON SIMON KRAMER UND KARINA TANGRI, 10E

Waffenkunde. Foto: L.M. Meckbach/CJD Oberurff

Mainz, 18.06.2019 – Unsere erste Lateinexkursion! Alle Lateinschüler der Klassen 7-10 gehen pünktlich um 8:15 Uhr zur Bushaltestelle. Drei Stunden später.. uff, wir sind endlich in Mainz angekommen. Nach ein bisschen Verwirrung bei der Wegfindung haben wir es dann endlich zum Museum für Antike Schifffahrt geschafft. Die erste Gruppe beginnt schon mit der Führung, aber wir stärken uns erst mal im Rewe mit Sandwiches und Getränken. Wir warteten noch kurz auf unseren Guide und dann begann die Führung.

Römisches Schiff wog unglaubliche 21 Tonnen

Rekonstruiertes Schiff.
Foto: L.M. Meckbach/CJD Oberurff

Bei der Rheinufer-Begradigung wurden im Schlamm fünf römische Schiffe gefunden. Das Besondere war, dass dort drei Schiffe von demselben Schiffstyp waren und aufgrund des Luftausschlusses im Schlamm in einem erstaunlichen Zustand konserviert werden konnten. Die Schiffe zerfielen nicht und konnten dadurch komplett rekonstruiert werden. Von den beiden verschiedenen Schiffstypen ist jeweils ein Modell im Maßstab 1:1 ausgestellt. Etwas weiter entfernt wurde auch ein Stück eines Transportschiffes gefunden. Durch eine Rekonstruktion wurde herausgefunden, dass es unglaubliche 21 Tonnen wog und dass es mit 75 Tonnen beladen werden konnte. Theoretisch hätte man damit 75 kleine PKW transportieren können! Das war aufgrund der enormen Breite des Schiffes möglich und der Tiefgang betrug nur etwa 0,75 Meter.

Im Museum ist außerdem eine römische Stativ-Armbrust ausgestellt. Man konnte nachweisen, dass Ziele auf 100 Meter Entfernung mit einer überragenden Durchschlagskraft getroffen werden konnten. In Mainz gibt es auch noch einen Fund von Fluchtäfelchen, die es sonst nur in Großbritannien zu sehen gibt. Mit Hilfe von Bleitafeln glaubte man Menschen, die einem nicht wohl gesonnen waren, zu verfluchen. Obwohl diese Verfluchungen nicht erlaubt waren, fand man bis zu 40 Täfelchen. Die Römer glaubten an die Wirkung der Fluchtäfelchen. Fundstücke von Messing- und Bleitafeln, die als Beweis für die römische Staatsbürgerschaft dienten, sind ebenfalls neben Abgüssen antiker gemeißelter Steinblöcke ausgestellt.

An der Stadtmauer. Foto: L.M Meckbach/CJD Oberurff

Dann ging es raus aus dem Museum und weiter zu anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die erste Sehenswürdigkeit war das größte Theater nördlich der Alpen. Bedauerlicherweise ist durch den Bau einer Bahnlinie der, wie man es heute sagen würde, Teil des Bühnenbildes zerstört worden. Ein Teil der Unterkonstruktion ist heute noch zu sehen. Unsere nächste Sehenswürdigkeit war ein Leergrab, das einem Adoptivsohn von Kaiser Augustus, nämlich Drusus, gewidmet ist. Von außen sieht es heute aus wie ein beschädigter mittelalterlicher Turm, der aufgrund von Restaurierungsarbeiten in einen Maschendrahtzaun eingewickelt ist. Darauf folgte ein Weg zu den Überresten eines Kaltwasserbeckens.

Museum für Antike Schifffahrt des RGZM, Mainz | ☎ 06131 2866 316 | ✉ service(at)rgzm.de

Zuletzt gingen wir noch zur dem alten Stadttor, von dem noch die ersten eineinhalb Meter der Mauer und des Tores erhalten sind. Die Römer hatten im Vergleich mit den Griechen einen anderen Mauerbau. Bei den Griechen musste jeder Stein genau angepasst werden, die Römer jedoch hatten einen Trick, sie mauerten die Außen- und die Innenmauer, sodass sie von außen genau passend waren. Innen ließen sie einen Hohlraum, den sie mit unbehauenen Steinen auffüllten. Zum Schluss füllten sie eine zementähnliche Substanz in den Zwischenraum, somit entstand eine betonartige Substanz. Trotz der starken Hitze war es eine super interessante Führung, die sich wirklich gelohnt hat! Mit dem Abschluss der Führung hatten wir Freizeit und genossen unsere Abkühlung mit Eisbechern. Bis wir dann Richtung Oberurff starten konnten, mussten wir noch auf einige orientierungslose Schüler warten. Um 19 Uhr erreichten wir, nun umfassend zur römischen Antike gebildet, wieder Oberurff.

(Gestaltung: BUB)