CJD-Update-Pic-Legi-GruppeLeben im Wohnbereich (Foto: privat)

Oberurff – Bevor ich hier auf diese CJD-Schule kam, war ich auf einer „Integrierten Gesamtschule“. Ich hatte als Legasthenikerin riesige Schwierigkeiten in der Schule mitzuhalten. Nach jedem Schultag galt es irgendwelche Nachhilfen und festgelegte Freizeitaktivitäten durchführen. Es gab so gut wie nie Freizeit, die ich nur für mich oder meine Freunde hätte nutzen können. Meistens kam ich erst zwischen 18 und 19.00 Uhr nach Hause und musste dann noch die ganzen Hausaufgaben erledigen. So etwas wie richtige Freundschaften kannte ich nicht wirklich! Ich konnte mich ja auch nie mit Freunden treffen oder etwas mit ihnen unternehmen. Die Noten wurden immer schlechter und ich war ziemlich kaputt. Mir ging es einfach schlecht.

Seit ich in Oberurff bin, hat sich viel geändert und verbessert. Hier habe ich überall Bekannte, neue Freunde und viel mehr Freizeit, die ich zusammen mit den anderen auf die vielfältigste Weise aktiv gestalten kann. Aber vor allem habe ich hier zu mir selbst gefunden. Die Leute hier gehen ganz anders mit einem um, weil sie wissen, was Legasthenie bedeutet.

Auf meiner Grundschule hieß es z. B., so etwas gäbe es überhaupt nicht, wäre nur erfunden. Hier ist das anders, man fühlt sich wohl und wird von den anderen akzeptiert. Auch von denen, die nicht Legastheniker sind. Das ist enorm wichtig für das Selbstbewusstsein. Wenn man so wie hier unterstützt wird, fühlt man sich viel besser und geht sowohl an Schulangelegenheiten als auch an Alltagssachen ganz anders heran.

(legi)