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USA Austausch 2018: Unterricht aus einer etwas anderen Perspektive

VON NIKLAS HEINMÖLLER

Drei CJDler stellen Deutschland vor. Rechts außen der Verfasser. Foto: privat

Wir sollten kleineren Kindern etwas über Deutschland beibringen. Wir kannten unsere Aufgabe Monate zuvor und daher waren wir auch dementsprechend gut darauf vorbereitet.

Der Unterricht darf nicht langweilig sein

Wenige Tage zuvor wurden uns die Klassen gesagt, welche wir unterrichten sollten, damit wir uns noch spezifischer darauf vorbereiten konnten. Es gab alles von der 1. bis zur 5. Klasse. Es macht natürlich einen Unterschied, welchem Alter man etwas beibringen möchte, da die Kinder in der 1. Klasse nicht so viel verstehen und sich merken, wie die Kinder in der 5. Diese malen nämlich dann viel lieber. Und dies muss man natürlich berücksichtigen, denn der Unterricht darf nicht langweilig sein. Man kann ihnen schlecht nur Fakten vermitteln wollen und einfach alles erzählen. Sie müssen es auch verstehen können. Wir wurden auch nicht alleine in eine Klasse geschickt, sondern es kamen noch ein bis zwei weitere mit, damit diese im Notfall aushelfen können, zum Beispiel falls man mal nicht alles versteht, was die Kinder sagen. Eine Unterrichtsstunde dauerte eine halbe Stunde.

Anfangs war ich nervös, da ich nicht wusste, wie die Schüler reagieren würden und ob sie mich verstehen. Vielleicht sind sie aber auch unruhig und hören nicht zu. Ich habe mir verschiedene Szenarien ausgedacht und mir überlegt, was ich dann am besten tue. Jedoch waren alle Sorgen unbegründet, da die Kinder sehr aufmerksam und freundlich waren. Meine Nervosität war direkt verflogen. Ich dachte auch nicht viel darüber nach, was ich sage, sondern machte es einfach. Mein Unterricht begann um 8.15 Uhr. Ich war zu Besuch bei einer 5. Klasse.

Interaktion mit Schülern. Foto: privat

Ich begann damit, dass ich mich erstmal vorstellte. Danach brachte ich ihnen bei, wie man auf Deutsch sagt, wie man heißt. Ich fragte auch, was sie über Deutschland wussten. Sie wussten nicht sehr viel. Hauptsächlich wussten sie, dass es in Europa liegt und die Flagge aus den Farben schwarz, rot und gold besteht. Als Nächstes zeigte ich ihnen eine Karte von Europa und sie sollten raten, wo Deutschland liegt. Sie lagen direkt richtig mit dem Standort und dann zeigte ich ihnen noch die verschiedenen Bundesländer. Damit sie sich auch die Größe von Deutschland besser vorstellen konnten, habe ich es auch noch mit den USA verglichen. Da waren sie ein wenig verwundert, dass Deutschland so klein ist. Danach zeigte ich ihnen noch ein paar typisch deutsche Spezialitäten, wie zum Beispiel Spätzle oder Currywurst. Manche kannten sie auch.

Einfach sehr minimal denken und spontan sein während der Stunde

Als Nächstes kamen verschiedene deutsche Marken wie BMW oder Audi, aber auch Adidas oder Lufthansa. Auch Aldi kannten sie. Davon waren sie begeistert, aber dachten nicht, dass das alles deutsche Marken waren, da viele davon sehr bekannt sind in den Vereinigten Staaten. Ich zeigte ihnen dann die deutschen Zahlen und das deutsche Alphabet mit den Umlauten und dem „ß“. Vor allem die Umlaute waren für sie etwas Fremdes. Zum Abschluss gab es noch ein Quiz, wo die Bundesländer liegen. Danach war aber die Zeit schon vorbei. Man konnte kaum seine gesamte Präsentation zeigen, weil die Zeit dafür zu knapp war. Nach meinem Unterricht ging ich noch mit zu anderen in den Unterricht und schaute bei ihnen zu. Den gesamten Vormittag waren wir daher mit den Präsentationen beschäftigt und hatten kaum eine Pause dazwischen. Die Zeit ging jedoch schnell vorbei.

Ich finde es gut, dass man sowas mal gemacht hat. Es war eine neue Erfahrung, anderen über das Heimatland etwas zu berichten. Es war jedoch schwieriger als gedacht, eine gesamte Präsentation über Deutschland zu verfassen. Normalerweise hatten die Kinder auch wenig Wissen über Deutschland und man musste es so einfach wie möglich machen. Schlussendlich hat man gar nicht viel gebraucht, um die Unterrichtsstunde vorzubereiten. Man muss einfach sehr minimal denken und spontan sein während der Stunde. Die Schüler haben nämlich den Unterricht durch ihre Fragen schon fast selbst gestaltet. Aber vor allem lernte man durch diesen Unterricht das freie und spontane Sprechen in einer fremden Sprache, was sehr wichtig ist.

(Gestaltung: BUB)

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