„Aber glaube mir, dass man Glück und Zuversicht selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden vermag. Man darf nur nicht vergessen, ein Licht leuchten zu lassen.“ Albus Dumbledore in Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Am 19. März 2026 war es endlich soweit: Unter dem Titel „Zwischen Licht und Schatten“ präsentierte die Oberstufe ihre Soirée – der krönende Abschluss eines Prozesses, der auf der musischen Probenfahrt in Schlitz seinen Anfang nahm, nun zu einem Gesamtwerk zusammengeführt, das nicht nur künstlerisch überzeugte, sondern vor allem durch seine Atmosphäre und Emotionalität in Erinnerung bleibt.

Der Abend eröffnete mit einer eindrucksvollen Gemeinschaftsperformance der Schlitz-Teilnehmenden, die den thematischen Rahmen der Probenfahrt unmittelbar spürbar machte: In einer bewussten Teilung zwischen Licht und Schatten verknüpfte jeder Mitwirkende ein persönliches Wort mit seiner Rolle. Die einen sichtbar im Licht auf der Bühne, die anderen als Silhouetten hinter einer Schattenwand. So entstand ein Wechselspiel aus Präsenz und Schatten, aus Sichtbarem und Verborgenem, das sich schließlich in den zentralen Begriffen „Licht“ und „Schatten“ bündelte. Schon hier wurde deutlich, wie viel Tiefe und Konzept hinter diesem Abend steckte.

Direkt im Anschluss folgte mit dem von Elisabeth Sprenger eigens komponiertes Klavierstück „Danse des Ombres“ ein besonders stimmungsvoller Beitrag, welcher tänzerisch von Marie Südmeyer und Carla Herden begleitet wurde. Die Bewegungen griffen die Musik auf und machten sie auf eine ganz eigene Weise sichtbar. Auch das Video „Synästhesie“ von Ann-Kristin Glich und Viola Thiel führte diesen Gedanken weiter, indem es sich mit der Verbindung von Klang, Farbe und Wahrnehmung auseinandersetzte. Einen ruhigeren, fast poetischen Moment schufen die filmischen Gedichtrezitationen „Sonette“ von Josephine Lentvogt und Alisa Strube, bevor mit dem Lied „Memory“ aus dem Musical Cats gesungen von Smilla Bock in Klavierbegleitung ein emotionaler Höhepunkt folgte,

Mit dem „Tanz des Lichts“ als leuchtendes Werk zeigte die Modern Dance AG eines der bereits in Schlitz erarbeiteten Stücke: Licht wurde hier symbolisch weitergegeben – von einer Person entdeckt und schließlich von allen getragen. Diese kraftvolle Metapher von Gemeinschaft und Solidarität zog sich spürbar durch den gesamten Abend. Diesen Gedanken der Zugehörigkeit führte das Schattentheater „Du bist nicht allein“ vom DSP-Kurs der Q2 fort, indem es die Geschichte einer zunächst ausgegrenzten Person erzählte, die am Ende ihren Platz findet.

Die Pause bot den Gästen Gelegenheit zur Stärkung und lud dazu ein, in die begleitende Ausstellung aus dem Kunstunterricht der Jahrgangsstufen 11 & 12 einzutauchen. So überzeugten Hanna Winter und Vanessa Goldstein mit einer Fotomontage zu Gleichzeitigkeiten von unterschiedlichen Tageszeiten und Lichtfarben. Insbesondere die plastische Arbeit „Eine Frage der Perspektive“ von Lilly Siemers und Vanessa Eliseev wurdezum Blickfang: Je nach Lichteinfall projizierte das Werk zwei völlig gegensätzliche Schattenbilder. Diese faszinierende Skulptur wurde zudem durch ein Video auf einer Drehscheibe sowie eine tänzerische Live-Performance von Lilly Siemers und Jacob Fuchs ergänzt, wodurch eine spannende Symbiose aus bildender Kunst, Tanz und Raum entstand.

Nach der Pause gewann der Abend noch einmal an Intensität. Der DSP-Kurs der Q2 brachte mit ihrem Stück „Family Fallout“ zentrale Konflikte einer zerbrochenen Familie auf die Bühne. Zwischen ernsten, aber auch lustigen Momenten entstand ein vielseitiges  Bild von Beziehungen, Spannungen und unausgesprochenen Wahrheiten. Auch die folgenden Beiträge hielten diese emotionale Dichte aufrecht: Das Lied „Shadow“ gesungen von Marie Böth wurde von Aditi Tangri mit einer gefühlvollen Turnchorepgraphie verbildlicht.

Auch das Klavierstück von Melissa Klippert und Elisabeth Sprenger, welches im Hintergrund während des Kurzfilms „Social Media Killed Humanity“ von Louis Volgmann und Lenya Mattheis griff ein aktuelles Thema auf und hinterfragte es kritisch. Mit dem Lied „Flashlight“ gesungen von Marie Böth wurde es noch einmal musikalisch berührend, bevor der letzte große Programmpunkt folgte.

In ihrem abschließenden Stück „Kampf zwischen Licht und Schatten“ verwebte die Modern Dance AG alle Fäden des Abends zu einem harmonischen Ganzen. Unter der erzählerischen Begleitung von Hanna Heideroth entfaltete sich das Schicksal von Soul: Ein innerer Konflikt zwischen zwei Polen, der die Frage nach dem ‚Entweder-oder‘ aufwarf – eine scheinbare Entscheidung zwischen zwei Gegensätzen. Die tänzerische Darbietung löste diese Spannung schließlich auf und bewies, dass Licht und Schatten keine Gegensätze sind, die es zu wählen gilt, sondern untrennbare Teile eines Ganzen.

Mit Eleganz und Witz führten Dorothea Hucke und Lynn Abigail Schmidt durch den Abend und Rasmus Ossinger sorgte für ein stimmungsvolles Bühnenlicht.

Die Soirée endete jedoch nicht mit dem letzten Vorhang. Im Rahmen einer geselligen Aftershow-Party mit Musik, Pizza und intensiven Gesprächen feierten wir gemeinsam den Erfolg des Abends. Dieser entspannte Ausklang bildete den idealen Schlusspunkt einer ereignisreichen Zeit und unterstrich den gemeinschaftlichen Geist, der dieses Projekt von Beginn an getragen hat.

Von Herzen Danke an alle Beteiligten, die diesen Abend möglich machten.

Text: Vanessa Eliseev | Bilder: Thorben Fleck