Politik & Gesellschaft, Schule

Christophorusschule Oberurff – Insel der Seligen?

STREIFLICHT

© BILD

Obgleich auch im Einzugsgebiet der Christophorusschule die BILD weit verbreitetes Druckerzeugnis ist, hat es manchmal den Eindruck, nicht jedem ist klar, was für einen kostbaren, keineswegs selbstverständlichen Schulfrieden unsere Schüler, Lehrer und Eltern hier erleben dürfen. Zeit, einmal ein Streiflicht darauf zu werfen.

„Schule zunehmend Austragungsort sozial-religiöser Konflikte“

Ein Novum – der amtierende Chef eines Lehrerverbandes erlaubt sich in einem Interview öffentlich dem „lediglich“ von „Einzelfällen“ gestörten allgemein medial verbreiteten Frohmut zu widersprechen. „Schule sei zunehmend Austragungsort sozial-religiöser Konflikte,“ so Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, gegenüber BILD.

Seine Begründung dürfte manche Eltern erschrecken und sollte die Lehrer „inspirieren“, vielleicht doch konsequenter auf die Einhaltung des Handyverbots während der Kernunterrichtszeit zu achten. Da ist etwa von einschüchternden Enthauptungsvideos auf Kinder-Handys die Rede, Schülerinnen werden bedroht, weil sie nicht den Gott einer bestimmten nicht-christlichen Religionsgemeinschaft anbeten, entgegen der frohen Botschaft der Tagesschau-Faktenfinder spielen immer häufiger gezückte Messer eine Rolle. Selbst Lehrer werden Ziel von verbalen und körperlichen Attacken.

Aber ach… alles Panikmache? Meidinger spricht schließlich über „Brennpunktschulen“ im Allgemeinen und Grundschulen im Besonderen. Aber wenn es inzwischen schon an Grundschulen „brenzlig“ werden kann, dann kann es an weiterführenden Schulen doch kaum besser sein? Und ab wann eigentlich wird eine Schule zur Brennpunktschule? Doch nicht erst dann, wenn sie in den Schlagzeilen der BILD landet?

Christophorusschule – aus sozial-religiöser Sicht ein ausgesprochen harmonisches Umfeld

Wie ist das eigentlich an der Christophorusschule Oberurff mit der sozial-religiösen Situation? Schließlich hat unsere Schule evangelisch-christlicher Prägung auch Schüler, die aus einem muslimischen, hinduistischen, buddhistischen oder atheistischen Glaubensumfeld stammen. Seit Jahr und Tag bietet die Christophorusschule Oberurff aus sozial-religiöser Sicht ein ausgesprochen harmonisches Umfeld. So gehen auch junge Moslems, Hindus oder Atheisten mit zu Gottesdiensten, halten sich natürlich beim rituellen Vater-Unser-Gebet etwas abseits.

Gerade der Religionsunterricht liefert ja wichtige generelle Impulse bei der Herausprägung ethisch-moralischer Wertevorstellungen bei Kindern und Jugendlichen. Das wissen auch manche Eltern nicht-christlichen Glaubens zu schätzen. Hinzu kommt, in den Worten einer Mutter muslimischen Glaubens: an der Christophorusschule gibt es keine Clanstrukturen. Man ist als „Christophorusschüler“ vor allem Mensch und praktiziert Respekt gegenüber der Schulgemeinschaft. In dem Sinne kann man unsere Christophorusschule Oberurff schon als Isola felice, eine „glückliche Insel“ oder Insel der Seligen betrachten und wertschätzen. ANDREAS BUBROWSKI

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