Frisch Geschlüpftes aus der Welt des Pop: COLDPLAY – Paradise

Coldplay – so scheint es – ist eine Band echter Angsthasen. Bis zu einem neuen Album vergehen Jahre. Wird dann an einem gebastelt, geschieht das unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen, inklusive Leibesvisitation beim Verlassen des Studios. Ein Bandmitglied könnte ja einen USB-Stick mit Songmaterial dabei haben… Ja, und seit dem kommerziellen Durchbruch im Jahre 2002 mit A Rush of Blood to the Head werden neue Alben vor dem Veröffentlichen in wenigen kleinen Clubs „publikumsgetestet“.

Coldplay: Jonny Buckland, Will Champion, Chris Martin and Guy Berryman. BBC Television Centre, London. Foto: Wonker Wonker

So auch beim aktuellen Album Mylo Xyloto vom Oktober 2011. Zwar kann auch Mylo Xyloto das 2002-er Album nicht an Frische und Kreativität übertreffen. Dennoch ist es schon jetzt DER Renner im Weihnachtsgeschäft 2011. Die erste Auskoppelung, der erzählte Traum eines im Zoo gefangen gehaltenen Elefantenmädchens, das vom Paradies in Freiheit träumt, stürmt bereits die Charts. Wenn den Song jemand geklaut hätte, wäre das allerdings wirklich bitter gewesen.

Zusammenarbeit mit Britpop-Urgestein

Coldplay – Paradise from Atakan Vecatoğlu on Vimeo.

Herausragend ist an Mylo Xyloto die Zusammenarbeit von Coldplay mit Britpop-Urgestein Brian Eno. Brian Eno ist weltweit einer der am meisten gefragten Musik­produzenten. In den frühen 1970er Jahren war er neben Bryan Ferry das konzeptionell kreative Superhirn der legendären britischen Band ROXY MUSIC. Man höre sich nur mal die alten Tracks wie A SONG FOR EUROPE oder VIRGINIA PLAIN an1. Könnten als Auskopplungen aus Mylo Xyloto durchgehen. ANDREAS BUBROWSKI

  1. Brian Eno an Keybords