teaser_ardBundeswehrsoldat Ben Winter im
TV-Film „Willkommen zu Hause.“

© Das Erste (ARD)

Die Bundeswehr ist für Jungen und Mädchen gleichermaßen ein attraktiver Ausbilder und Arbeitgeber. Besonders Schüler der Realschule interessieren sich für eine Berufsausbildung beim Bund. Aber auch für Schüler der Oberstufe hat die Bundeswehr einiges zu bieten, etwa ein breites Spektrum an Studiengängen an der Universität der Bundeswehr hm.png in München. Durch das Afghanistan-Engagement Deutschlands kann ein Job beim Bund jedoch unvermittelt zum Einsatz am Hindukusch führen. Afghanistan ist Kriegsgebiet. Wer dort lebt und arbeitet, riskiert sein Leben. Also sollte, wer einen Ausbildungsplatz oder ein Studium beim Bund anstrebt, sich informieren, was deutsche Soldaten in einem Krieg zu tun haben, der nun schon länger dauert als der Zweite Weltkrieg.

TV-Tipp: Willkommen zu Hause

Aus der ARD-Programm-Information

Willkommen zu Hause ist der erste deutsche Fernsehfilm, der sich mit dem zurzeit brennend aktuellen Thema der Folgen von Friedensmissionen der Bundeswehr für die rückkehrenden Soldaten auseinandersetzt. Intensiv und realistisch thematisiert das Drama die Überforderung eines jungen Soldaten, dessen Psyche mit den Erlebnissen im Krisengebiet nicht fertig wird.

Und die Überforderung seiner heimatlichen Umgebung, die in ihrer friedlichen Alltäglichkeit nicht damit rechnet, sich mit Kriegsfolgen auseinandersetzen zu müssen. Der Ort Deidesheim wird damit zu einem Spiegel der bundesdeutschen Gesellschaft, die Strategien für die Integration von traumatisierten Soldaten entwickeln muss.

Soundtrack zum Film: COLDPLAY – Warning Sign (Warnendes Zeichen)1

TERMIN: HEUTE, 2. Februar 2009, 20.15 Uhr, ARD2

Weiterführende Informationen:

Website zu WILLKOMMEN ZU HAUSE hm.png

Jürgen Todenhöfer (CDU): Geisterkrieg gegen den Terror

Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, das heißt die Soldaten tun ausschließlich das, was der Bundestag mehrheitlich beschlossen hat. Der Afghanistan-Einsatz deutscher Soldaten war und ist ein Prestigeprojekt der Bundesregierung. Kritiker am Einsatz wurden bisher wenig gehört. Der greise Publizist Peter Scholl-Latour, ausgewiesener Kenner des Nahen Ostens, wird zwar gern zu Talkshows eingeladen, aber als ewiger Besserwisser in Sachen Islam belächelt. Die LINKE artikulierte sich wiederholt vehement gegen den Einsatz der Bundeswehr. Doch wegen ihrer Neigung zu populistischen Thesen haben die Argumente der Partei kaum Überzeugungskraft. Jetzt ist der alt gediente CDU-Politiker und Medienmanager, Jürgen Todenhöfer, mit deutschen Politikern hart ins Gericht gegangen.

xl_karteKarte: The University of Texas, Austin. © Public Domain

Im SüddeutscheZeitungMagazin3 und anschließendem Live-Chat hat er begründet, warum seiner Meinung nach der Krieg in Afghanistan ein GEISTERKRIEG ist und millitärische Terrorabwehr nach hinten losgehen kann. Er widerspricht den Legenden, die erst Rot-Grün, dann Rot-Schwarz zitiert haben, um die Entsendung deutscher Soldaten nach Afghanistan zu rechtfertigen. Denn die wirkliche Gefahr für den Westen sind weder Taliban noch wilde Stammeskrieger. Die Anschläge von Madrid und London haben gezeigt, dass die Gefahr in Wirklichkeit von so genannten Diaspora-Terroristen ausgeht – zumeist jugendliche Schulabbrecher aus im Westen integrierten Einwandererfamilien, ohne jede berufliche Chance, gefangen in einem sinnlosen Dasein ohne jede Perspektive. Begriffe wie ISLAM, KORAN und HEILIGER KRIEG sind ihnen lediglich willkommener Vorwand, um ihrem Dasein einen Sinn zu geben, sich endlich einmal wichtig zu fühlen. Das Internet gibt ihnen das illusorische Gefühl, trotz Anonymität Teil einer angenommenen Bewegung zu sein. DAGEGEN, so der CDU-Politiker, helfen keine Kampfeinsätze in Afghanistan.

Seine mahnenden Worte schließt Todenhöfer mit einer hypothetischen Forderung:

Eine vierte Forderung, … dass alle westlichen Politiker, die für Kriege stimmen, dreißig Tage an die Front müssten. Das hieße: deutsche Politiker in Spähtrupps nach Kunduz und US-Politiker auf Patrouillenfahrt nach Mosul und Kandahar. Damit sie einmal in die Augen der Menschen schauen, über deren Leben sie so „großzügig“ entscheiden.

Ich weiß, diese Forderung klänge absurd – vor allem, wenn man sich einige unserer Sofastrategen an der Front vorstellt. Aber ist es nicht noch absurder, Bomben auf Menschen zu werfe, die uns nichts getan habe? Und junge Soldaten in Kriegen sterben zu lassen, über deren Torheit man noch in Jahrhunderten fassungslos staunen wird?

(abu)

Weiterführende Informationen:

Jürgen Todenhöfer: Der Geisterkrieg (SZ-Magazin) hm.png

  1. Video zum Track von einer oberen Klasse einer amerikanischen Highschool
  2. Privatmitschnitt auf DVD liegt vor.
  3. vom 30. Januar 2009