(Fotos: Coldplay)

Das neue Album „X & Y“ von Coldplay ist da – und landet sofort auf Platz zwei der deutschen Album-Charts. Also klare Botschaft. Auch kaufen. Noch ist man ganz im Banne von Album Nummer zwei, „A Rush Of Blood To The Head“. Das lief damals wochenlang im Auto und daheim. Wird Nr. 3 Nr. 2 toppen können? Oder wird es eher unspektakulär gutes Handwerk wie Nr. 1, PARACHUTES? Jenem beinahe letzten Album, denn Sänger Chris Martin versagte danach die Stimme.

Das erste Anhören offenbart einen Strom schöner Depressiva. Wer gut Englisch kann, mag sich an der tiefgründigen Poesie erfreuen und etwa bei „Swallowed in the Sea“ wohlig erschaudern vor lauter Untergangsstimmung. Ansonsten klingen die Songs alle irgendwie gleich. Schwermütig halt. Mit auffälligem Charisma nur der erste Single-Hit: Speed of Sound. Und vielleicht noch der Bonus-Track „+“ und „A Message“. Doch was ist nun die „Message“?

COLDPLAY – Talk

Ein Fall für „XYZ-ungelöst“ scheint es, denn selbst Coldplay ist sich da nicht sicher. Vor Veröffentlichung des Albums gab es daher in geheim gehaltenen Clubs Vorab-Konzerte um zu testen, wie die neuen Stücke bei den Fans ankommen. Sicherheitshalber wurden aber beizeiten lokale Radiostationen darüber „vertraulich“ informiert. So konnten hr3-Hörer Tickets für ein „geheimes“ Konzert am 4. April 2005 in Köln gewinnen. Wie langweilig :o.

So viel Brimborium vorab ließ nichts Gutes für den Inhalt ahnen. Und wirklich. Viel mehr als diesen einen Single-Hit wird das Album nicht abwerfen. Es ist süffiger Psychodelic-Mainstream-Sound, der in England übrigens bereits wieder out ist und in den Charts vom verrückten Klingelton-Frosch auf den Rang verwiesen wurde.

13 Euro 99 Cent, also ca. 28 historische D-Mark, kostet das gute Stück. Während der Sound unspektakulär aus den Boxen plätschert, blättern wir im Beiheft. Und spätestens jetzt kommt Ärger auf. Keine Songtexte. Wenige, ausdruckslose Fotos. Leerer Raum. Nicht mal die Band-Mitglieder werden genannt. Auch hier ist keine Message erkennbar. Das Heft wirkt schnell und nebenbei produziert. Schade!

Ist Coldplay schon am Anfang vom Ende? „A Rush Of Blood To The Head“ bleibt jedenfalls unangefochten. Und „X & Y“ hoffenlich nur ein Zwischenspiel. Kleine Lektion am Rande: Niemals blind tun, was alle tun. Auch beim CD-Kaufen nicht. (BUB)

Hier geht es zu Coldplay: