Ratgeber, Schule

Spickzettel: Mentale Nahrung für den kleinen Lernhunger

Spickzettel von Schülern der 5d
Haben ihre Hausaufgaben gemacht: Spickzettel von Schülern der 5d.

Spickzettel – es geht um Lernhelfer, nicht Betrugs-Spicker in Klausuren und Klassenarbeiten – sind für den Lernerfolg nicht nur bei Sprachen, sondern etwa auch in Mathematik empfehlenswert. Das war schon zu Uromas Zeiten so und ist auch beim Smartphone verwöhnten Urenkel nicht anders. Wie bei jedem „Handwerk“ kommt es auch bei Spickzetteln auf die richtige Technik an.

Karteikartenstapel nachts unter dem Kopfkissen platzieren

Uroma riet ihren Kindern – also den heutigen Eltern – oft noch, kleine Karteikarten mit den wesentlichen Merkpunkten zu erstellen, etwa anstehenden Vokabeln, dem Satz des Pythagoras oder Ableitungsregeln, diese tagsüber bei jeder sich bietenden Gelegenheit durchzulesen und schließlich den Karteikartenstapel nachts unter dem Kopfkissen zu platzieren. Laut Uroma würde sich so alles auf magische Weise bis zum nächsten Morgen unauslöschlich dem Kindergehirn einprägen. Heute versuchen zahllose „Apps“ dem Uroma-Ratschlag Konkurrenz zu machen. Aber während der Spickzettel der Uroma eigene Aktivität verlangt – vom Beschaffen der Karteikarten, über deren geschicktes Beschriften bis zum Mitsichherumtragen und Immerwiederangucken – machen Apps eher träge. Außer schnellen Daumen, gesenkten Kopf braucht es nichts. Wird man aber von einer Banane satt, wenn man sich mit seinen Daumen ihr Bild herbeiwischt?


Irren ist menschlich, also nicht den Spickzettel mit den Vokabeln in die Mathematikstunde mitnehmen…

Im Prä-Smartphone-Zeitalter hatten sich Pädagogen des offensichtlichen Lernerfolgs von Spickzetteln wissenschaftlich angenommen. Eine der Thesen: Allein schon das ERSTELLEN der Karteikarten kommt einer mentalen Nahrung gleich. Gänzlich wird demnach der Lernhunger durch die Suggestion der (Ur)Oma gestillt, dass sich nachts Vokabeln oder Mathematikregeln „automatisch“ einprägen würden – wenn sie nur unter dem Kopfkissen liegen. Aber wer weiß, vielleicht klappt das ja mit der LernApp auf dem Smartphone auch? Handy nachts unter dem Kopfkissen? Lieber nicht testen. Siehe Elektrosmog. Uroma ist und bleibt ungeschlagen. ANDREAS BUBROWSKI

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