Exkursion zum Offshore-Windpark 40 Kilometer vor Helgoland | Foto: Andreas Bubrowski
10. Juli 2018. Exkursion zum Offshore-Windpark 40 Kilometer vor Helgoland. Foto: Andreas Bubrowski

In Lukas 18,19 heißt es: „Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott“. Der Bibel-Vers wurde von verschiedenen Persönlichkeiten in unterschiedlichen Zeiten, differenziert interpretiert. Etwa: Niemand möge sich anmaßen, „nur gut“ zu sein. Alles hat im irdischen Sein immer eine Kehrseite. Jesus warnt wohl auch vor Leuten, die sich öffentlich eines unfehlbaren Gutseins preisen und ihre Werke damit auf eine Stufe mit dem Wirken Gottes stellen. Noch bis zum Ende der Osterferien bietet die ZDF-Mediathek eine Doku an, die das „Gutsein“ der Energiewende auf seine Schattenseiten hin untersucht.

Energiewende – „Greenwashing“?

Aus dem Begleittext zur Doku:

Seltene Erden, Graphit, Kupfer oder Lithium stecken heute noch in vielen Hightech-Produkten wie Smartphones oder Laptops, aber auch in E-Autos oder Windkraftanlagen. Doch beim Abbau werden Umweltauflagen und Arbeitsschutz oftmals nicht eingehalten. China ist bei Förderung und Handel mit seltenen Erden marktführend. Auch Graphit, das unter anderem für Batterien gebraucht wird, wird hier abgebaut. So wie in der Provinz Heilongjiang: Hier finden sich auch noch viele Kilometer von den Graphitminen entfernt giftige Rückstände der Verarbeitung. Kupfer und Lithium werden in Chile beziehungsweise Bolivien in großem Stil gefördert. Auch sie kommen zum Beispiel in Batterien zum Einsatz.

Im Film behauptet ein Ingenieur sinngemäß, das globale Streben nach einer Energiewende sei lediglich „Greenwashing“, eine Geschäftsidee mit der Verlagerung bisheriger Umweltprobleme mit fossilen Rohstoffen in andere, weniger offen sichtbare, Problemfelder. Die These mag so überzogen sein, wie die Behauptung, E-Mobilität wäre das „wahre ökologisch Gute“ – weil angeblich CO2-neutral. Die Doku »Nicht ganz grün – Nebenwirkungen der Energiewende« liefert interessante fächerübergreifende Impulse, besonders für Chemie- und Physik-Interessierte. Und Religion. Sie ist bis 16. April 2021 verfügbar. ANDREAS BUBROWSKI