Ferien & Freizeit

Lichterfest in Bad Zwesten oder Lizenz zum Anzünden

Lichterfest: Lizenz zum Anzünden | Foro: KK
Verfasser „erwirbt“ Lizenz zum Anzünden, um das halbverloschene Plus wieder zum Leuchten zu bringen. Foto: KK

Bad Zwesten – Nur einen Tag nach der Blutmondsensation am Nachthimmel gab es am 28. Juli im nordhessischen Bad Zwesten das nächste Lichtspektakel: das 54. Lichterfest. An die 20’000 „Teelichter“ verwandelten Wiesen und See des Kurparks in einen magisch anmutenden Flämmchen-Teppich. Damit der ausgetrocknete Rasen auch ja nicht Feuer fängt, hatte jeder Lichtbecher dort seinen eigenen Bierdeckel als Untersetzer. Für nur 9 Euro (Schüler 7 Euro) Eintritt konnten Besucher tagsüber sich an zahlreichen Verkaufsständen in Kirmesstimmung bringen und auf der Bühne ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm erleben. Nach Einsetzen der Dämmerung zog vor allem das Lichtermeer die Besucher in seinen Bann.

Besucher können „Lizenz zum Anzünden“ erwerben

Das letzte echte Ferienwochenende – in einer Woche heißt es ja schon „Montag geht die Schule los“ – stand im Einzusgbereich des CJD Oberurff und darüber hinaus ganz im Zeichen des Lichterfests in Bad Zwesten. „Immer am letzten Wochenende im Juli gehen die Lichter an“, so der Kur- & Verkehrsverein Bad Zwesten auf seiner Webseite. Dort finden sich auch interessante Informationen über Entstehung und Geschichte des Events. Wie nur macht das der Veranstalter, tausende Lichter mehr oder weniger synchron anzuzünden, dürften sich vor allem Erstbesucher gefragt haben.

Die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und insbesondere auch des Bauhofes sind schon mehrere Tage im Vorfeld mit den Festvorbereitungen beschäftigt. Dazu kommen regelmäßig zahlreiche freiwillige Helfer aus der Gemeinde, darunter auch viele Kinder, die schon am Vormittag des Festtages beginnen den Park vorzubereiten. Ab dem späten Nachmittag unterstützen über 30 ehrenamtliche Kassierer an den Kurparkzugängen die Gemeinde in zwei Schichten1.

Besucher des Lichterfests
helfen beim Anzünden.
Foto: KK

Wie sich zeigte, konnte auch jeder Besucher eine „Lizenz zum Anzünden“ erwerben. Man musste nur einen der Helfer fragen und bekam nach kurzer Ermahnung zum vorsichtigen Umgang mit der Flamme eine brennende Kerze ausgehändigt. Beim Parcours durch das Lichtermeer liefen sich erwartungsgemäß Schüler/Lehrer, Ex-Schüler/Ex-Lehrer über den Weg – schöne Begegnungen, die das Lichterfest auch zu einem sozialen Event der Schule machte. So konnte zum Beispiel bei einem Getränkestand ein Physiklehrer des CJD Oberurff bei seinen Schülern (in dem Fall Schülerinnen), die dort als Ferienjob aushalfen, einen Sekt bestellen. Mal eine ganz andere Perspektive.

Kurz nach Ende des furiosen Feuerwerks konnte man die ersten fleißigen Helfer beim „Auswedeln“ der Lichter beobachten – während die meisten Besucher in erkennbar angenehm melancholischer Stimmung den Abend ausklingen ließen. Es gab Leute, die der Eintrittspreis von einem Besuch abgehalten hat, „das muss ich mir noch mal überlegen“. Da ist er wieder der Alltag, der viele Menschen in ihrer Vereinzelung fest im Griff hat, den Blick verengt auf den eigenen kleinen Vorteil. Bedenkt man den ungeheueren ehrenamtlichen Aufwand für Planung, Installation und Deinstallation, sind 9 Euro Eintritt ein echtes Schnäppchen. ANDREAS BUBROWSKI

  1. Kur- & Verkehrsverein Bad Zwesten

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