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HANDY-ARLARM in der 8e – Fluch oder Segen?

Von Ashley-Ann Schlüter

Pädagogischer Fels inmitten provozierter Handyaufregung | Bild: A. Bubrowski/CJD Oberurff
Mut zum „ergebnisoffenen“ Projekt, Klassenlehrerin Sarah Volkemer – pädagogischer Fels inmitten provozierter Handyaufregung.

Im Deutschunterricht hatte unsere 8e letzte Woche eine ziemlich coole Projektarbeit. Für fünf Schultage war es Schülern erlaubt, ihre Handys zu benutzen. HANDY-ARLARM, ganz wie wir es schon immer wollten. Einmal anderes herum – sonst gibt es ja immer nur Handyverbot – waren Smartphones in Absprache mit den zustimmenden Fachlehrern im jeweiligen Klassenraum ausdrücklich erlaubt. Würde ein Fluch oder Segen auf uns zukommen?

Fünf Tage sind ja schnell wieder vorbei

Unsere Klassen- und Deutschlehrerin sowie Projektleiterin Sarah Volkemer, aber auch wir Schüler, waren sehr aufgeregt und gespannt, wie die Woche verlaufen würde. Einige Fachlehrer machten mit, andere nicht. Hier hieß es weiterhin, „Pack bitte dein Handy weg!“, wenn es dennoch auf dem Tisch bereit lag. Aufgabe war es, schriftlich unsere Beobachtungen festzuhalten. Das heißt, wie sich das Verhalten von Schüler im Unterricht verändert, wenn alle ständig das Smartphone bereit halten. Am Ende der Projektwoche hatte jeder Schüler eine Pro- und Contra-Liste zu erstellen und ein zusammenfassendes Statement zu erarbeiten.

Am ersten Tag – was für ein Gewusel, Lautstärke – mein Gott – waren wir aufgeregt. Hatte das Ganze hier überhaupt einen Sinn? Das Handy während der ganzen Unterrichtsstunden zur freien Verfügung. WAHNSINN, ein Gefühl der absoluten Freiheit. Ein kurzer Blick durchs Klassenzimmer, was war zu sehen? Spielende Handykinder! Unterricht? Nebensache! Die Lehrer? Sehr geduldig, fünf Tage sind ja schnell wieder vorbei. Doch erstaunlicherweise legte sich die Aufregung angesichts der „ungewohnten Freiheit“ bald. Jeder benutzte mal mehr, mal weniger sein Handy. Dabei fiel auf, dass es in der Klasse ziemlich ruhig wurde: Da alle an ihrem Handy saßen, unterhielt sich niemand mehr mit dem Nachbarn! Zu unserem Schrecken haben wir bemerkt, dass unsere Erwartungen alle erfüllt wurden, doch diese waren meist negative. Viele zeigten Anzeichen für einen Abfall bei den schulischen Leistungen. In manchen Fächern legte man daher das Handy lieber freiwillig weg und manche Lehrer, die sich auf den Versuch eingelassen hatten, wurden dann doch auch einmal sauer.

Fazit: Handys im Dauereinsatz sind zwar lustig, aber es hat sich gezeigt, dass sie im Unterricht nicht wirklich sinnvoll sind. Also Handys lieber in der Freizeit als in der Schule!

Linksunten: „Handyordnung“ des CJD Oberurff (PDF) (Download 104 KB)

(Redaktion: Sarah Volkemer, Gestaltung: Andreas Bubrowski)

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