Optik-Praktikum der 8e: Physik einmal anders – Stationen-Parkour

Von Katharina Wollmert (Gym-8e/Online-Redaktion)

Was ist eigentlich ein Optik-Praktikum? Diese Frage habt ihr euch bestimmt gerade beim Lesen des banalen Titels gestellt. Um euch aufzuklären: Gemeint ist ein Stationen-Parkour rund um das Thema Optik, zum Beispiel Untersuchungen zu Strahlengängen bei Sammel- und Zerstreuungslinsen oder das Herausfinden, wie eine Lupe oder ein Mikroskop funktionieren.

Marvin untersucht die physikalischen Gesetz an einer Lupe. (*)

Das Besonderes dabei: die Schüler – kleine Gruppen von bis zu vier Teilnehmern – sind von der Planung bis zur Protokollierung der Versuche vollkommen auf sich allein gestellt. Der Physik-Lehrer bleibt moderierend im Hintergrund.

Das A und O ist eben NICHT eine Note,
sondern die experimentelle Kompetenz

Das Praktikum dient einerseits zur Erinnerung an das Grundwissen aus Klasse sieben. Andererseits werden in den sechs Pflicht- und mindestens zwei Wahlaufgaben neue Zusammenhänge experimentell erarbeitet. Die Reihenfolge der Versuche bestimmen die Schüler. Dabei ergeben sich interessante „soziale Aspekte“. So reichen etwa die Lupen nur für eine Arbeitsgruppe. Also müssen sich die Gruppen arrangieren. Es gibt Konkurrenz – wer sich als erster „Lupe“ krallt. Aber auch Kooperation – wenn eine Gruppe zügig arbeitet, um den Kollegen der anderen Gruppe ihre Materialien zur Verfügung stellen zu können.

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Physik einmal anders – Stationen-Parkour (*)

Das Zeitlimit für das Praktikum ist auf ungefähr zehn Unterrichtsstunden begrenzt. Haben alle Schüler diese Hürde geschafft, ist eine Dokumentationsmappe mit allen Versuchsprotokollen zu arrangieren. Die Gesamtnote wird aus Fachkompetenz, Teamwork und Dokumentation gebildet. Eine Fünf oder Sechs ist dabei fast nicht „zu schaffen“, da nach jeder Pflichtaufgabe mit den Lösungen verglichen werden kann und Korrekturen möglich sind. Das A und O ist eben NICHT eine Note, sondern die experimentelle Kompetenz. Schlimmstenfalls kommt also eine Vier dabei heraus. Doch an Noten denkt kaum jemand. Das ungewohnt selbständige Arbeiten macht einfach Spaß.

Entwickelt wurde das Praktikum von Physiklehrer Daniel Klingelhöfer in seiner Zeit als Referendar. Und ich denke, ich übertreibe keineswegs, wenn ich sage, dass dies eine glorreiche und sehr effektive Lernübung darstellt. Herzlichen Dank, Herr Klingelhöfer1!

(*) Bild, Gestaltung: Andreas Bubrowski

  1. ein Interview – auch der anderen Art – mit Daniel Klingelhöfer gibt es in Kürze an dieser Stelle.

| Zuletzt aktualisiert: 18.12.2010, 16:54 Uhr


Eine Antwort zu “Optik-Praktikum der 8e: Physik einmal anders – Stationen-Parkour

  1. Gut gelungener Artikel =D)

    Ich find es auserdem gut, das du nicht nur über die Arbeitsaufträge des Praktikums sonder auch über zusammensetzung der Note, wann es entsanden ist und wieso wir das eigentlich machen mit in den Artikel eingebunden hast. Verry nice :h

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