TECHNISCHER REDAKTEUR: „Den Nippel durch die Lasche ziehen“

Serie: Besondere Berufe – Folge 2

Vertreter dieses Berufsbildes haben ihren Arbeitsplatz nicht etwa in Rotlichtvierteln. Sie sitzen in Verlagen für technische Dokumentationen und Technologiekonzernen. Die Anspielung auf „Nippel und Lasche“ bezieht sich auf einen älteren Ulksong, der unsinnige Anweisungen in Gebrauchsanleitungen auf die Schippe nimmt.

xl_8bWas man wie machen muss, dass es funktioniert, ist nicht nur in der Schule ein alltägliches Problem. (*)

Gemeint ist der Beruf TECHNISCHER REDAKTEUR. Jeder kennt das Gefühl getrübter Freude, wenn eine Neuanschaffung, etwa ein Schrank oder Elektrogerät, sich zum widerspenstigen Ungeheuer entwickelt: Die Schranktüren mögen trotz genauer Befolgung der Bauanleitung einfach nicht richtig schließen; das Elektrogerät entpuppt sich vielleicht als „Made in China,“ und seine deutsche Gebrauchsanweisung folglich als absurde Sprachparodie.

Vernünftige Anleitung für einen Toaster oder Raketenwerfer

Überall wo es Installationsvorschriften, Bedienanleitungen und Montagehinweise geben muss, braucht es den versierten technischen Redakteur. Damit eine vernünftige Anleitung für einen Toaster oder einen Raketenwerfer entstehen kann, muss der Redakteur das entsprechende Gerät selbst ergründen, bedienen und seinen Zweck verstehen. Beim Toaster geht das noch einfach – der Hersteller stellt einfach einen zur Verfügung. Beim Raketenwerfer muss man sich in Sicherheitsbereiche von Rüstungsfirmen begeben – und daher vorher sicherheitstechnisch durchleuchten lassen.

Mike Krüger mit seinem berühmten Ulk-Klassiker

Das Berufsbild technischer Redakteur gehört zu den JOURNALISTISCHEN BERUFEN. Man sollte Spaß daran haben, eine Sache gründlich zu recherchieren. Auch ein flüssiger gut leserlicher Schreibstil ist wichtig. Mit den journalistischen Darstellungsformen sollte man sich grundlegend auskennen. Zunehmend haben technische Redakteure auch mit dem Internet zu tun, da viele Hersteller Gebrauchsanweisungen auf elektronischem Wege veröffentlichen.

xl_anleitungTypische Gebrauchsanweisung aus Asien. (*)

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist das Konzipieren und Erstellen von Schulungsunterlagen. Ob Weiterbildung für einen Versicherungsaußen-
dienst oder die Schulung des technischen Kundendienstes für ein neues Produkt – immer werden dazu ansprechende Schulungsunterlagen benötigt. Viele Unternehmen bedienen sich dazu des Outsourcing. Das heißt, die Erstellung wird „ausgelagert,“ also an Subunternehmer vergeben. Daher finden sich unter technischen Redakteuren oft Freiberufler.

xl_kitchen1Eher nicht so ernst gemeinter Benutzungshinweis. Gefunden im Verwaltungsbereich von HEPHATA. (*)

Ausbildung

Es gibt Studiengänge „Technikkommunikation“ und „Technische Redaktion.“ Der übliche Einstieg erfolgt hierbei über ein Volontariat, das etwa vom Branchenverband Tekom angeboten wird. Außerdem bieten private Weiterbildungsinstitute den Bildungsgang „Technischer Redakteur“ als Zusatzausbildung an.

Einstiegsgehalt: etwa 33.000 Euro p. a.

Linksunten:

Berufsbild TECHNISCHER REDAKTEUR bei www.tekom.de hm.png

(*) Text/Bild: Andreas Bubrowski

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Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken | Zuletzt aktualisiert: 13.07.2011, 09:10 Uhr


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3 Responses to TECHNISCHER REDAKTEUR: „Den Nippel durch die Lasche ziehen“

  1. Die Berufs-Infoseite des Fachverbands tekom bietet Informationen rund um den Beruf des Technischen Redakteurs. Neben Infos zum Berufsbild, Studium und den guten Zukunftsperspektiven sind dort aktuell 24 Interviews mit Technischen Redakteuren online.

  2. avatar Online-Redaktion

    Stimmt! Bis Du von Deiner Musik leben kannst, wäre das eine Tätigkeit, die Dir liegt, die Abwechslung bringt, die Du voll drauf hast und mit der Du Deinen Lebensunterhalt gut verdienen kannst.

  3. Ich glaub’ das wär ein guter Beruf für mich! Muss ich mir wirklich mal überlegen! Danke für dern Tipp! :D

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